Nikolaus Blome hat im Spiegel, der sich jahrelang von der Bill- und Melinda-Gates-Stiftung mitfinanzieren ließ, eine kleine Mentalitäts-Offenbarung untergebracht. Anlass sind die Wahlen in Sachsen-Anhalt. Es gehe dort nicht nur um die neue Regierung für das Bundesland, sondern um die „Deutungshoheit“, ob der „blaue Osten“ oder der „alte Westen“ nun „das bessere Deutschland“ sei.

Nein, darum geht es nur in Blomes Fantasie, in der die Deutung der DDR-Geschichte im Vordergrund steht und in der alle, die auf ihrem ehemaligen Territorium den älteren Parteien massenhaft Stimmen abnehmen, nichts anderes sind als „Propaganda-Populisten“.

Es scheint, der selbsternannte „Wessi“ benötigt die Fantasie einer ewigen deutschen Teilung, um nicht auf seine alten Journalisten-Tage noch den ganz normalen demokratischen Interessenausgleich für sich entdecken zu müssen. Aber eines nach dem anderen.

Schuldumkehr und Realitätsverweigerung

Blome beginnt mit einer realistischen Einschätzung des wahrscheinlichen Wahlausgangs in Sachsen-Anhalt: „Die CDU wird sich wohl halbieren, zwei der drei amtierenden Regierungsparteien könnten ganz aus dem Landtag fallen“.