Jetzt wird es bitterernst: Das Theater Ost steht vor der Zwangsräumung. Eine Gerichtsvollzieherin hat sich für den 24. August angekündigt. Liefern die Theaterleute am Montag ihre Spielstätte nicht freiwillig aus, könnte folgendes Szenario ablaufen: Hinzurufen der Polizei, Schlösser aufbrechen, Bestandsaufnahme, Betretungsverbot für die Kulturleute im Studio 5 in Adlershof, jenem Ort, von dem aus einst die Aktuelle Kamera sendete.
Was eine sofortige Räumung bedeuten würde, ist auf theater-ost.de zu lesen: Sofortiges Aus für den Spielplan, Verschuldung wegen schon bezahlter Karten bis Ende Dezember in Höhe von ca. 12.000 Euro, unverschuldeter Honorarverlust für alle Künstler in Höhe von derzeit etwa 30.000 Euro, sofortiger Verlust des Arbeitsplatzes für die festen Mitarbeiter und die vielen ehrenamtlichen Helfer.
Der Osten Berlins verlöre eine an diesem Ort etablierte Kulturstätte, das treue Publikum einen Ort für Inspiration, Begegnung, Unterhaltung und politische Debatte auch abseits des Mainstreams. Das Theater Ost lässt DDR‑Kultur leben – Musik, Tanz, Literatur, Schauspiel – und führt Stücke russischer Künstler auf.
Zum Äußersten entschlossen
Stefan Klinkenberg, Projektentwickler aus Kreuzberg mit Erbbaupachtvertrag für das Gelände, schickt den Theaterleuten mit dem Gerichtsvollzieher das Unheil mitten in der Urlaubspause auf den Hals, obwohl nach deren Ende weitere Gespräche über ein geordnetes Verfahren vereinbart waren.






