Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesKorruptionsermittlungen in der Ukraine – Selenskij entlässt Vize-Präsidialamtschefin MudraHerausforderung für Selenskij: Ex-Verteidigungsminister fordert WahlenEin Toter bei Drohnenexplosion nahe AKW SaporischschjaBurnham: Großbritannien unterstützt Ukraine weiterhin zu 100 ProzentMoskau droht Großbritannien wegen britischer Drohnen gegen RusslandUkraine: Mindestens drei Tote bei russischem Raketenangriff auf KiewBei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew werden nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens drei Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Ein neunstöckiges Wohnhaus stehe in Brand, teilt er mit. Getroffen worden seien auch Lagerhäuser und ein Kinderkrankenhaus. In der umliegenden Region wird ein weiterer Toter gemeldet. Ein Zeuge der Nachrichtenagentur Reuters berichtet von mehr als einem Dutzend Explosionen.Gouverneur: Krim-Stadt Sewastopol stellt erneut den Strom abIn der Großstadt Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim wird erneut der Strom abgeschaltet. Dies sei notwendig, um eine Überlastung der Stromnetze außerhalb der Region zu verringern und einen weitreichenden Ausfall zu verhindern, teilt Gouverneur Michail Raswoschajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Unterbrechung solle einige Stunden dauern. Die von Russland annektierte Halbinsel leidet nach ukrainischen Angriffen auf Energieanlagen bereits seit Wochen unter Stromausfällen und einer Treibstoffkrise. Die Behörden haben deshalb unter anderem den Tourismus in der Region bis September ausgesetzt. Korruptionsvorwürfe: Ukraine geht gegen Bankenvertreter vorVor dem Hintergrund neuer Ermittlungen der ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden will die Regierung in Kiew den Aufsichtsratsvorsitzenden und den Vorstandschef einer staatlichen Bank von ihren Aufgaben entbinden. Das teilte Ministerpräsident Serhij Korezkij am Abend bei Telegram mit. Die von den Anti-Korruptionsbehörden veröffentlichten Fakten bräuchten eine angemessene Bewertung und dürften nicht ohne Reaktion bleiben, erklärte er.Die Anti-Korruptionsbehörden des Landes hatten zuletzt Durchsuchungen bei Verdächtigen durchgeführt und am Mittwochmorgen über eine „Spezialoperation“ informiert. Bei den Vorwürfen der Ermittler geht es um Geldwäsche in Millionenhöhe. Im Fokus stand dabei auch die bisherige Vizechefin des Präsidialamtes in Kiew, Iryna Mudra, die Präsident Wolodimir Selenskij wenige später entließ. Kiew unter russischem Beschuss Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko teilt mit, die ukrainische Hauptstadt werde von russischen Raketen angegriffen. Es habe in zwei Stadtteilen Kiews Treffer auf Nichtwohngebäude gegeben, von denen einige in Flammen stünden. Ein Reuters-Zeuge berichtet, er habe mehr als ein Dutzend Explosionen gehört. Bundesregierung plant, 50 Millionen Euro für Reparatur von Tschernobyl-Hülle zu gebenDie Bundesregierung will 50 Millionen Euro für die Reparatur der durch einen Drohneneinschlag Anfang 2025 beschädigten Schutzhülle um die Atomruine Tschernobyl bereitstellen. Deutschland werde Teil einer dafür notwendigen internationalen Lösung sein, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) einer Mitteilung seines Ministeriums zufolge bei einem Besuch am zerstörten Atomreaktor. Er sei zuversichtlich, dass der Bundestag dem zustimmen werde, erwarte aber auch, dass weitere Staaten einen Beitrag zur Reparatur leisten.Nach einem Drohneneinschlag vor rund anderthalb Jahren braucht die Schutzhülle eine umfassende Sanierung. Die Kosten werden nach Angaben der Kraftwerksleitung auf etwa 500 Millionen Euro geschätzt. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte gesagt, es habe sich um eine russische Drohne gehandelt.Russischer Drohnenangriff: Zwei Tote und viele Verletzte Bei einem russischen Drohnenangriff im Norden der Ukraine sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Russland habe ein Gebäude der Nationalpolizei in Schytomyr attackiert, teilte die Behörde mit. Zwei Polizisten seien ums Leben gekommen und mindestens 20 Menschen verletzt worden. Russland habe bei dem Angriff Drohnen mit Düsenantrieb eingesetzt. Es sei zu einem Brand auf dem Dach und im vierten Stock gekommen. Putin zu Kiews Angriffen: Schaden uns, aber keine kritischen Folgen Kremlchef Wladimir Putin hat eingeräumt, dass ukrainische Drohnenangriffe Russland schaden, aber keine kritischen Folgen hätten. Logistik- und Lagerkapazitäten müssten wiederhergestellt werden – auch unter Beteiligung des Staats, sagte er bei einer Sitzung des Rats für strategische Entwicklung und nationale Projekte und wies die Regierung an, ein entsprechendes Programm zum Wiederaufbau zu verabschieden.Eine Reihe von Faktoren wirke sich auf das Wirtschaftstempo aus, darunter auch äußerer Druck und „Terrorangriffe auf Industrie- und Infrastrukturobjekte“, sagte er. Die Dynamik der russischen Wirtschaft bezeichnete er als „bescheiden, aber positiv“. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liege im Jahr 2026 bei etwa einem Prozent. Lorenz ZeckSchneider sagt Hilfe für Reparatur der Tschernobyl-Schutzhülle zuBundesumweltminister Carsten Schneider sagt bei einem Besuch des zerstörten Atomreaktors in Tschernobyl Hilfe in Höhe von 50 Millionen Euro zu. "Die beschädigte Schutzhülle muss dringend repariert werden, um langfristig die Freisetzung radioaktiven Materials zu verhindern", so der SPD-Politiker. "Deutschland wird Teil einer hierfür notwendigen internationalen Lösung sein, wie schon bei der Errichtung der Schutzhülle." Der Schutzmantel wurde bei einem Drohneneinschlag Anfang 2025 beschädigt und damit in ihrer Funktionalität eingeschränkt.Gefangenenaustausch: Kiew und Moskau übergeben SoldatenRussland und die Ukraine haben inmitten zunehmender Gewalt in ihrem Krieg erneut Gefangene ausgetauscht. Aus ukrainischer Gefangenschaft seien 103 russische Soldaten zurückgekehrt, teilte das Ministerium in Moskau mit. Russland habe im Gegenzug 103 ukrainische Soldaten übergeben.Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte den Austausch und veröffentlichte Aufnahmen von vor Freude weinenden Soldaten. Die Kriegsparteien haben bereits mehrfach Gefangene und die Leichen von Gefallenen ausgetauscht.„Es handelt sich um Verteidiger der Streitkräfte, des staatlichen Grenzschutzes und der Nationalgarde. Unter den Freigelassenen befinden sich Soldaten, die die Ukraine in Mariupol sowie in den Gebieten Donezk, Luhansk, Charkiw, Saporischschja, Cherson, Dnipro und Sumy verteidigt haben“, teilte Selenskij in sozialen Netzwerken mit. Er danke allen, die an der Befreiung der Gefangenen mitgewirkt hätten. „Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um alle unsere Leute nach Hause zu holen.“Die freigelassenen Russen seien derzeit im benachbarten Belarus, wo schon früher die medizinische und psychologische Erstversorgung ausgetauschter Soldaten erfolgte. Bei der humanitären Aktion seien die Vereinigten Arabischen Emirate erneut als Vermittler aufgetreten, gab das Ministerium in Moskau bekannt.Korruptionsermittlungen in der Ukraine – Selenskij entlässt Vize-Präsidialamtschefin MudraIn der Ukraine haben die Antikorruptionsbehörden am Mittwoch eine Großrazzia gegen Abgeordnete sowie Berater von Präsident Wolodimir Selenskij gestartet. Dies geschah wenige Stunden vor einer entscheidenden Abstimmung im Parlament über den neuen Verteidigungsminister Jewhenij Chmara. Das Parlament stimmte der Ernennung Chmaras als Nachfolger des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow zu.Wie das Onlineportal Kyiv Independent berichtete, durchsuchten Ermittler unter anderem die Räumlichkeiten von Iryna Mudra, einer stellvertretenden Stabschefin des Präsidenten. Selenskij entließ Mudras mittlerweile. Im auf der Website des Präsidenten veröffentlichten Dekret wird aber kein Grund für den Schritt genannt.In Medienberichten wurde auch der Abgeordnete Wadym Stolar als Verdächtiger genannt. Dieser schrieb in sozialen Netzwerken: „Ich kann bestätigen, dass Nabu Ermittlungen in meinem Haus ausführt.“ Er kooperiere vollumfänglich mit der Behörde und behindere die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden in keiner Weise.Die Antikorruptionsbehörde Nabu und die spezialisierte Staatsanwaltschaft Sapo sind an den Ermittlungen beteiligt. Sie selbst gaben keine Namen bekannt. Das Nabu-Büro teilte laut Kyiv Independent mit, dass es eine „Sonderoperation“ gebe, „um eine kriminelle Organisation aufzudecken, die von einem amtierenden und einem ehemaligen ukrainischen Abgeordneten angeführt wird und an der hochrangige Beamte aus dem Präsidialamt beteiligt sind“. Nabu zufolge werden die Verdächtigen der Geldwäsche von 150 Millionen Hrywnja (etwa 3,4 Millionen US-Dollar) beschuldigt. Das Geld wurde demnach als Kaution für einen Verdächtigen in einem anderen Korruptionsfall hinterlegt.Die ukrainischen Antikorruptionsbehörden haben ihr Vorgehen gegen Bestechlichkeit im Staatsapparat während des Krieges verschärft. Dies gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für den angestrebten Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union.Ukraine meldet mehrere Tote und Verletzte nach russischem Drohnenangriff auf BusIn der südukrainischen Stadt Cherson ist nach Angaben der dortigen Behörden ein Bus zum Ziel eines russischen Drohnenangriffs geworden. Dabei wurden am Morgen vier Menschen getötet, wie Regionalgouverneur Oleksandr Prokudin auf Telegram mitteilte. Zudem wurden laut Behörden fünf weitere Personen verletzt. Prokudin veröffentlichte verschwommene Fotos, die einen gelben Bus mit blutverschmierten Stufen und zerbrochenen Fenstern zeigen.Herausforderung für Selenskij: Ex-Verteidigungsminister fordert WahlenDer im Juli entlassene ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat mitten im Krieg gegen Russland Wahlen gefordert. Er sorgt damit für die größte innenpolitische Herausforderung für Präsident Wolodimir Selenskij seit Jahren. Fedorow ist der erste hochrangige Politiker des Landes, der seit Beginn der russischen Invasion einen solchen Vorstoß wagt. Bislang verbietet das ukrainische Gesetz Wahlen während des Krieges.In einem am Dienstagabend auf Youtube veröffentlichten Video sprach der 35-Jährige von einer „systemischen Regierungskrise“. „Die Demokratie darf nicht als Geisel Russlands gehalten werden“, sagte er. Es müsse ein legaler, sicherer und realistischer Mechanismus gefunden werden, der es der Ukraine erlaube, ihren demokratischen Prozess auch unter den Bedingungen eines langen Krieges zu erneuern. Das alte System lebe zu oft nach seinen eigenen Regeln, schütze sich selbst und habe Angst vor Veränderungen.Fedorow galt lange als enger Verbündeter Selenskijs, bis er im Juli nach sechs Monaten im Amt überraschend entlassen wurde. Er hatte bei seinem Amtsantritt umfassende Reformen versprochen. Nach Fedorows Entlassung war es in der Ukraine zu Protesten gekommen. Fedorow hatte zudem ein Angebot Selenskijs zurückgewiesen, als dessen Berater zu arbeiten.Ob es in der Ukraine tatsächlich zu Neuwahlen kommen könnte, lesen Sie hier:Selenskij empfängt neuen deutschen Botschafter in KiewDer neue deutsche Botschafter in der Ukraine, Boris Ruge, hat nach seinem Dienstantritt Präsident Wolodimir Selenskij sein Beglaubigungsschreiben überreicht. „Wir sind sehr stolz darauf, so starke Freunde zu haben“, sagte der Staatschef gemäß einer Mitteilung. Selenskij dankte dabei Deutschland für die gewährte Hilfe. „Ihre Unterstützung ist die größte in Europa. Wir wissen das und erinnern uns daran“, sagte das Staatsoberhaupt. Bei dem Empfang in der historischen Sophienkathedrale in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sei auch der Ausbau der gemeinsamen Rüstungsproduktion besprochen worden.Ruge trat seinen Dienst bereits vergangene Woche an. Der 64-Jährige gilt als Außen- und Sicherheitsexperte und war zuvor als Beigeordneter Generalsekretär der Nato für Politische Angelegenheiten und Sicherheitspolitik in Brüssel tätig. Vor seiner Tätigkeit bei der Nato arbeitete der Spitzendiplomat unter anderem als stellvertretender Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Gesandter in der US-Hauptstadt Washington sowie deutscher Botschafter in Riad, der Hauptstadt von Saudi-Arabien.Umbettung: Gebeine eines Nationalisten nach Kiew überführtMit einem Staatsbegräbnis ehrt die Ukraine den 1938 ermordeten umstrittenen ukrainischen Nationalistenführers Jewhen Konowalez. „Wir bringen einen herausragenden Sohn des ukrainischen Volkes nach Hause zurück“, sagte Präsident Wolodimir Selenskij bei der Zeremonie auf einem Militärfriedhof unweit der Hauptstadt Kiew. Konowalez wurde 1891 in Österreich-Ungarn in der heutigen Westukraine geboren. Als österreichischer Soldat kämpfte er im Ersten Weltkrieg und beteiligte sich nach seiner russischen Kriegsgefangenschaft am Aufbau des 1920 gescheiterten ersten ukrainischen Staats. Ab 1929 führte er die neu gegründete Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die sich am Faschismus in Italien und dem Nationalsozialismus in Deutschland orientierte. Die OUN war für terroristische Anschläge wie die Ermordung des polnischen Innenministers 1934 verantwortlich. Konowalez wurde 1938 von einem sowjetischen Agenten in Rotterdam getötet und dort zunächst begraben.Vor der Umbettung von Konowalez wurde bereits sein Nachfolger bei der OUN, Andrij Melnyk, in die Ukraine überführt. Weitere im Ausland bestattete Ukrainer sollen folgen. Kiew plant dabei die Neubestattung der sterblichen Überreste von „Unabhängigkeitskämpfern“ in einer „Pantheon“ genannten Gedenkstätte. Ein Toter bei Drohnenexplosion nahe AKW SaporischschjaEine Drohne hat in der Ukraine mehr als ein Dutzend Mitarbeiter des von Russland besetzten Kernkraftwerks Saporischschja angegriffen. Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien unter Berufung auf die von Moskau eingesetzte AKW-Leitung mitteilte, wurde eine Person getötet, 15 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Sämtliche Opfer seien AKW-Angestellte und Mitarbeiter von Subunternehmen, hieß es.Die Drohne explodierte demnach am Morgen bei einer Bushaltestelle, die von den AKW-Mitarbeitern auf dem Weg zur Arbeit genutzt wird. Zuvor hatten die russischen Besatzungsbehörden den Angriff gemeldet und machte Kiew dafür verantwortlich. In Moskau teilte das zentrale Ermittlungskomitee mit, dass Strafverfahren wegen der Terroranschläge im Gebiet Saporischschja und in der Hauptstadtregion eingeleitet worden seien. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion.Der IAEA wurden auch weitere Angriffe im Industriegebiet um das frontnahe Atomkraftwerk gemeldet. IAEA-Chef Rafael Grossi rief dazu auf, Angriffe auf AKW und ihre Mitarbeiter sofort einzustellen. Solche Attacken stellten ein großes Risiko für die nukleare Sicherheit dar, betonte er auf der Plattform X.Mehr ladenTickarooLive Blog Software