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Deutsche Industrie: Auftragspolster der deutschen Industrie auf Rekordhoch Der Auftragsbestand der Industrie erreicht einen Höchstwert. Die Bücher sind zwar voll, die Abarbeitung stockt. Ein Grund: das Niedrigwasser im Rhein.

Die positive Entwicklung geht wesentlich auf den Anstieg in Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zurück. Foto: Marcel Kusch/dpaDie deutsche Industrie sitzt auf einem Rekord-Auftragspolster: Nach dem fünften Anstieg in Folge erreichte der Auftragsbestand im Juni den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung 2015. Er wuchs inflationsbereinigt erneut um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legte der Bestand offener Aufträge um 9,3 Prozent zu – der stärkste Anstieg seit August 2022. Damals gab es Nachholeffekte wegen der Corona-Pandemie.„Der Auftragsbestand gibt weiter Grund zur Freude“, sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger. Die Orderbücher seien gut gefüllt, müssten aber auch abgearbeitet werden. „Hier aber liegt der Hase im Pfeffer, da jetzt auch noch Versorgungsengpässe durch die Hitzeperiode bestehen“, fügte Krüger mit Blick auf das Niedrigwasser am Rhein hinzu. Viele Bestellungen könnten daher vorerst nicht abgearbeitet werden. Produktionsdrosselungen würden für eine niedrig bleibende Kapazitätsauslastung sprechen.Auch wegen der besseren Lage der Industrie – die nicht zuletzt von staatlichen Großaufträgen für Infrastruktur und Verteidigung profitiert – haben sich die Konjunkturaussichten zuletzt aufgehellt. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) verdoppelte seine Wachstumsprognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr von 0,5 auf 1,0 Prozent. „Das Niedrigwasser im Rhein und die Hitzewelle bremsen die Erholung der Wirtschaft nur vorübergehend“, sagte BVR-Chefvolkswirt Andreas Bley.Konjunktur Die deutsche Wirtschaft läuft wieder besser Die Wirtschaft scheint sich zu berappeln, viele Frühindikatoren drehen nach oben. Wenn nur die anhaltende Dürre nicht wäre. von Bert Losse„Kein Boden gutgemacht“Trotz gut gefüllter Auftragsbücher kämpft die exportabhängige Industrie aber mit Problemen. Mehr als jeder vierte Betrieb bangt um seine Wettbewerbsfähigkeit auf Märkten außerhalb der Europäischen Union. 25,4 Prozent gaben dies im Juli an, wie das Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Die Wettbewerbsposition auf dem europäischen Markt verschlechtert sich nach Ansicht von 17 Prozent der Unternehmen. „Die deutsche Industrie kann auf den internationalen Märkten weiterhin keinen Boden gutmachen“, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. „Gerade außerhalb Europas bleibt der Wettbewerbsdruck hoch.“Die Industrie hat auch deshalb im ersten Halbjahr erneut Stellen abgebaut. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden Ende Juni noch 5,29 Millionen Beschäftigte gezählt und damit 144.100 oder 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. „Die Zahlen zeigen, mit welcher Wucht der China-Schock die deutsche Industrie trifft“, sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia. Der Wettbewerb mit chinesischen Anbietern auf dem dortigen Markt und auf Drittmärkten habe innerhalb kürzester Zeit massiv an Intensität gewonnen.Die Reichweite des Auftragsbestands verharrte im Juni bei 8,9 Monaten – einen höheren Wert gab es seit Beginn der Erhebung im Jahr 2015 noch nie. Er gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugeschäft theoretisch produzieren müssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten.Die positive Entwicklung des Auftragsbestands geht wesentlich auf den Anstieg im Bereich Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zurück: Hier gab es ein Plus von 4,6 Prozent. Auch der Anstieg im Maschinenbau von 0,9 Prozent wirkte sich positiv auf das Gesamtergebnis aus. Die offenen Aufträge aus dem Inland legten im Juni um 1,2 Prozent zu. Der Bestand aus dem Ausland stieg um 0,6 Prozent. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick