Das Auftragspolster der deutschen Industrie ist so dick wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Bestand an ​offenen Bestellungen wuchs im März um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt ‌am Mittwoch mitteilte. Das war der stärkste Anstieg seit September 2024. Damit sind die Auftragsbücher so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn dieser Statistik im Jahr 2015. Verglichen mit dem Vorjahresmonat gab es ein Plus von 8,4 Prozent.„Der kräftige Anstieg ​ist ein Wort“, kommentierte der Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger, die Entwicklung. ⁠Der ⁠hohe Auftragsbestand sei aber noch kein Garant für eine auch anspringende Produktion. Standortbedingungen und gestiegene Energiepreise belasteten viele Unternehmen. Durch den Iran-Krieg seien zudem die Gewinnmargen unter ‌Druck geraten. Hinzu kämen Lieferstörungen. „Aufträge dürften daher nur ​langsam abgearbeitet und ‌Kapazitäten kaum erweitert werden“, sagte Krüger. „Trotz guter Auftragslage wird sich der schleichende Beschäftigungsabbau wohl fortsetzen.“

Flugzeuge, Schiffe und Co. trugen am meisten zum Auftragshoch beiDie Reichweite des Auftragsbestands stieg im März auf 8,8 Monate – das ist ebenfalls der höchste Wert seit Beginn der Statistik ‌2015. Der Wert gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugeschäft theoretisch produzieren müssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten.Die ‌positive Entwicklung des Auftragsbestands zog ​sich durch alle Wirtschaftsbereiche. Den ‌größten Einfluss auf das Gesamtergebnis hatten dabei die Anstiege im ‌Bereich „Sonstiger Fahrzeugbau“ (Flugzeuge, ​Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge) mit 1,5 Prozent zum Vormonat sowie bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen ​mit 3,8 Prozent.