Startseite
Unternehmen
Industrie
Industrie: Deutsche Industrie wächst trotz Niedrigwasser so stark wie zuletzt 2022 Trotz Niedrigwasser am Rhein gewinnt die deutsche Industrie an Schwung. Die staatlichen Ausgabenprogramme scheinen erste Wirkung zu zeigen.
Die deutsche Wirtschaft ist zuletzt drei Quartale in Folge gewachsen. Foto: IMAGO/imagebrokerDie deutsche Industrie ist im August trotz Belastungen durch das Rekord-Niedrigwasser am Rhein so kräftig gewachsen wie seit über vier Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex stieg überraschend um 1,9 Zähler auf 54,1 Punkte, wie der Finanzdienstleister S&P Global am Freitag zu seiner monatlichen Unternehmensbefragung mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten einen leichten Rückgang auf 52,0 Punkte erwartet. Das Barometer zeigt schon ab 50 ein Wachstum an.„In der Industrie hat die Erholung wieder an Schwung gewonnen, nachdem es im zweiten Quartal Anzeichen für eine Stagnation gegeben hatte“, sagte Phil Smith, Ökonom bei S&P Global Market Intelligence. „Produktion, Auftragseingänge und Exporte sind allesamt so stark gestiegen wie seit Anfang 2022 nicht mehr.“ Das signalisiere „gewisse Aufholeffekte“, nachdem es in den vergangenen Monaten Unsicherheit wegen des Ölpreisanstiegs im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten gegeben hatte. Steigende Verteidigungsausgaben machten sich nun bemerkbar. „Es bleibt zwar abzuwarten, ob dieses Wachstumstempo aufrechterhalten werden kann – nicht zuletzt angesichts der anhaltenden Versorgungsrisiken“, sagte Smith. Die bemerkenswerte Aufhellung der Geschäftsaussichten unter den Herstellern deute aber darauf hin, „dass der Aufschwung auf soliden Beinen steht“.Das sehen auch Ökonomen so. „Die Tatsache, dass die weltwirtschaftliche Nachfrage trotz der Folgen des Iran-Kriegs robust ist, überwiegt offenbar die inländische Belastung durch die Niedrigwasserkrise“, sagte Elmar Völker von der Landesbank LBBW. „Die staatlichen Fiskalprogramme kommen schrittweise in der Realwirtschaft an und stützen vor allem die Industrie“, betonte Michael Herzum von der Fondsgesellschaft Union Investment.Niedrigwasser Der Pegel im Rhein fällt weiter und bringt die Industrie in Bedrängnis Der Rhein trocknet aus, Schiffe fahren mit einem Bruchteil der Ladung, die Industrie improvisiert. Warum auch die Krisenkonferenz in Bonn das Problem nicht lösen wird. von Thomas KuhnIndustrie als ZugpferdWeniger gut schlugen sich die Dienstleister: Deren Barometer fiel um 1,3 auf 48,5 Punkte. „Obwohl der Dienstleistungssektor das Wachstum weiter belastet hat, deuten der zweite leichte Auftragszuwachs in Folge und der neuerliche Stellenaufbau in diesem Sektor darauf hin, dass sich auch hier die Geschäftsaktivität bald verbessern könnte“, sagte Smith. LBBW-Experte Völker fügte hinzu: „Der Dienstleistungssektor scheint dagegen in einem Sommer-Blues zu sein.“ Die anhaltend hohen Öl- und Gaspreise und damit verbundene Inflationssorgen könnten die Stimmung belastet haben, betonte Volkswirtin Felicitas Henze von Deutsche Bank Research. Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex - Industrie und Dienstleister zusammen – sank leicht von 51,3 auf 51,0 Punkte, signalisiert aber weiter ein Wachstum.Die deutsche Wirtschaft ist zuletzt drei Quartale in Folge gewachsen. Das Niedrigwasser dämpft der Bundesbank zufolge jedoch die Erholung. Nur noch begrenzt nutzbare Transportwege auf wichtigen Flüssen wie dem Rhein und kräftig steigende Transportkosten dürften Industrieproduktion und Exportwachstum deutlich beeinträchtigen. „Das Niedrigwasser belastet damit auch die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal spürbar“, schrieb die Bundesbank in ihrem Monatsbericht. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte „allenfalls noch leicht zulegen“.Die Wirtschaft in der Euro-Zone hat im August dank einer robusten Industriekonjunktur so stark zugelegt wie noch nie in diesem Jahr. Der Einkaufsmanagerindex – der die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern zusammenfasst – stieg auf 52,1 von 52,0 Punkten im Vormonat. Gestützt wurde die Entwicklung von den stärksten Auftragseingängen seit mehr als drei Jahren, wie S&P Global betonte. Zudem wuchsen die Exportaufträge erstmals seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 wieder.„Das Verarbeitende Gewerbe war erneut Zugpferd und verzeichnete das stärkste Wachstum seit viereinhalb Jahren“, sagte Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global. Die Daten deuteten darauf hin, dass die Wirtschaft der Euro-Zone im laufenden dritten Quartal um etwa 0,3 Prozent wachsen könne. Im zweiten Quartal hatte es zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick













