Wegen des großen Waldbrandes im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn bereitet sich die nahe der Grenze zu Belgien gelegene Stadt Monschau in Nordrhein-Westfalen auf mögliche Evakuierungen vor. Die Einwohnerinnen und Einwohner mehrerer Ortsteile seien aufgerufen worden, sich auf eine mögliche Räumung vorzubereiten, teilte die Stadt am Samstag auf ihrer Website mit. Soweit dies möglich sei, sollten die Bewohner der betroffenen Stadtteile versuchen, bei Bekannten oder Verwandten unterzukommen. Die Stadt bereite außerdem die Einrichtung von Notunterkünften vor.Der Waldbrand im Hohen Venn nahe der deutschen Grenze ist einer der größten in der Geschichte Belgiens. Das Feuer war am Freitagnachmittag ausgebrochen und breitete sich seitdem rasch aus. Die Flammen verwüsteten nach Behördenangaben inzwischen mehr als 2000 Hektar Wald – rund 50 Kilometer entfernt vom Waldbrandgebiet in der deutschen Eifel bei Hürtgenwald. Die belgischen Behörden ordneten die Evakuierung der Gemeinden Surbrot und Bütgenbach an. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga waren rund 600 Menschen von dem Aufruf betroffen.Zur Bekämpfung des Waldbrandes löste Belgien den europäischen Katastrophenschutzmechanismus zur Aktivierung von Hilfen aus der EU aus. Ein Löschhubschrauber aus den Niederlanden ist bereits im Einsatz. Zwei weitere Hubschrauber sowie zwei schwedische Löschflugzeuge sollen nach Angaben der EU ab Sonntag die Löscharbeiten unterstützen. Blick auf die Rauchentwicklung hinter Windrädern durch den Waldbrand im Hohen Venn, aufgenommen von Hürtgenwald im Kreis Düren aus. © dpa/Thomas Banneyer Das Hohe Venn liegt überwiegend in Belgien. Das eigentliche Naturschutzgebiet dort ist etwa 4500 Hektar groß. Der bis nach Deutschland reichende Naturpark Hohes Venn-Eifel misst rund 72.000 Hektar. Brandgeruch von den beiden Feuern löste dem WDR zufolge am Samstag sogar bei den Besuchern der Reit-Weltmeisterschaft in Aachen Besorgnis aus. Bewohner von Hürtgenwald dürfen zurück Die Lage im munitionsbelasteten Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen verbesserte sich unterdessen am Samstag weiter. Die Bewohner des Ortsteils Gey in Hürtgenwald dürfen in ihre Häuser zurück. Das hat der Landrat des Kreises Düren am Samstag entschieden. Die 1800 Bewohner hatten in der Nacht auf Freitag das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.Der Landrat hatte am Abend noch ein Gewitter und mögliche starke Winde, welche die Flammen wieder hätten anfachen können, abgewartet, bevor die Entscheidung für die Rückkehr der Bewohner gefallen war. Zuvor wurde bereits der Einsatz von Hubschraubern zur Brandbekämpfung eingestellt. Es gebe aktuell keinen Bedarf mehr, sagte eine Sprecherin des Kreises Düren zur Begründung. Bei der Bekämpfung des Brandes hatten in einem massiven Einsatz rund zehn Hubschrauber die Einsatzkräfte aus der Luft unterstützt.Die Löscharbeiten werden nach Angaben der Feuerwehr jedoch noch Tage andauern. Im Hürtgenwald brennen derzeit nach Angaben des Kreises Düren rund 300 Hektar Wald – das entspricht etwa 420 Fußballfeldern. Bei dem Waldbrand handelte es sich nach Einschätzung der Landesregierung wohl um den größten in der Geschichte NRWs. 1400 Einsatzkräfte versuchen, die Flammen einzudämmen.Die genaue Brandursache ist weiter unklar. Die Polizei hat ein Hinweisportal eingerichtet. NRW-Innenminister Herbert Reul und NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (beide CDU) sehen die Verantwortung für den größten Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes bei unachtsamen Menschen. Es brennt im Hürtgenwald © Imago/Funke Foto Services/Kerstin Kokoska „Irgendein Idiot hat das Feuer verursacht. Und darüber muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen und einfach irgendwas wegwerfen“, sagt Reul am Samstag. Oft reiche schon eine „weggeworfene Klippe“ oder zurückgelassenes Glas, um einen Waldbrand auszulösen – insbesondere, weil die extreme Trockenheit als Brandbeschleuniger wirke, sagte Gorißen im Deutschlandfunk.Auf das Wetter können die Einsatzkräfte allerdings nicht hoffen: „Es sieht nicht nach Regen in größeren Mengen aus – auch für die folgenden Tage nicht“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag. Am Nachmittag hatte es in Hürtgenwald leicht geregnet. „Wir haben etwas Getröpfel über NRW. Sehr geringe Niederschlagsmengen, die nicht helfen.“Man wolle mit der Brandbekämpfung jetzt immer mehr zur Mitte des Waldbrandes vorstoßen, sagte Feuerwehrsprecher Peter Berndgen am Samstagmorgen. Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern unterstützen, auch zahlreiche Landwirte und andere Zivlisten helfen beim Löschen.„Was denn möglich ist unter den Rahmenbedingungen: Wir sind auf einer Munitionsverdachtsfläche“, sagte Berndgen. Immer wieder gab es seit dem Ausbruch des Brandes Explosionen. Mutmaßliche Detonationen sind auch in Beiträgen in den sozialen Medien zu hören.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Fünf Verletzte – vier davon Einsatzkräfte Am Freitagabend meldete der Landkreis, dass bei den Löscharbeiten fünf Personen verletzt worden seien. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte der Landrat des Kreises Düren, Ralf Nolten (CDU), der dpa. Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt. Darunter seien eine Schnittverletzung und Kreislaufprobleme.Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) dankte Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen. Viele von ihnen seien im Hürtgenwald seit Donnerstagnachmittag ohne Pause im Einsatz gewesen. „Unser Land hält zusammen!“, hob er auf der Plattform X hervor. Am Samstag sagte er bei einem Besuch vor Ort: „Wir erleben das hier in dieser Art eines großen Feuers zum ersten Mal, aber wir erleben eben nicht zum ersten Mal diese Extremwetterlage.“ Diese hätte „auch was mit Klimawandel zu tun. Das wird nun ernsthaft keiner mehr leugnen.“Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Das Land werde es „in Zukunft häufiger mit Extremwetterereignissen ganz unterschiedlicher Art zu tun haben“, sagte Wüst. Dies könnten Waldbrände sein oder etwa Starkregenereignisse. „Insofern sind Klimafolgenanpassungen und Klimaschutz weiter auf der Agenda“, sagte der nordrhein-westfälische Regierungschef.Aufgrund der akuten Trockenheit kommt es derzeit an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen zu Waldbränden. Innenminister Reul und Landwirtschaftsministerin Gorißen appellierten eindringlich an die Bevölkerung, Wälder derzeit nicht zu betreten. „Brände können sich rasant schnell ausbreiten und Fluchtwege abschneiden“, mahnten sie.Auch Kanzler Friedrich Merz äußerte sich. „In vielen Teilen des Landes wüten Waldbrände“, schrieb er auf X. Er werde laufend über die Entwicklung unterrichtet. „Ich danke allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz“, schrieb der CDU-Chef. (mit Agenturen)
Alarm in NRW und Belgien: Monschau bereitet sich wegen Brand im Hohen Venn auf Evakuierungen vor
Ein großer Waldbrand im Hohen Venn hat bereits mehr als 2000 Hektar Wald zerstört. Bewohner von Monschau sollen sich auf Evakuierungen einstellen. Andernorts dürfen Bewohner wieder in ihre Häuser zurück.










