Der Sommer 2026 ist trocken. Und das spürt man nicht nur im Garten oder am Badesee, sondern mitten in der deutschen Logistik. Auf dem Rhein unterschreiten die Pegelstände bereits die Extremwerte des Dürrejahres 2018. An der Donau messen die Behörden historische Tiefststände. Die Elbe führt außergewöhnlich wenig Wasser. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde hat es in ihrem Niedrigwasserbericht vom 13. August auf den Punkt gebracht: Alle deutschen Stromgebiete sind betroffen.

Für die Binnenschifffahrt heißt das: weniger Tiefgang, weniger Ladung, mehr Probleme. Güterschiffe können jetzt nicht mehr voll beladen fahren. Für dieselbe Transportmenge braucht es mehr Fahrten, wenn sie überhaupt noch möglich sind. Die Folgen sind höhere Kosten und längere Vorlaufzeiten. Und wo es gar nicht anders mehr geht, wandert die Ladung auf die Schiene oder Straße.

MV reagiert: Wochenendfahrverbot wird gelockert

Genau hier setzt die Entscheidung des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums in Schwerin an. In dieser Woche hat es eine Allgemeinverfügung erlassen, die von heute bis zum 30. August gilt. Fortan dürfen Lkw über 7,5 Tonnen, die wegen des Niedrigwassers Transporte aus der Binnenschifffahrt übernehmen, in Mecklenburg-Vorpommern auch samstags sowie an Sonn- und Feiertagen fahren. Einzelausnahmegenehmigungen sind für diese Fahrten in diesem Zeitraum nicht erforderlich.