Die Odyssee dreier palästinensischer Familien im Dorf Qusra geht weiter. Am Donnerstag evakuierte israelische Militär mehrere Familien – statt der Siedler.

Israelische Soldaten weisen Aktivisten zurück, die die palästinensischen Familien mit Lebensmittel- und Wasservorräten versorgen wollen

Majdi Mohammed/AP/dpa

Seit sechs Tagen belagern radikale Siedler den Wohnkomplex mehrerer palästinensischer Familien außerhalb des Dorfes Qusra im Westjordanland. Als die taz am Mittwoch vor Ort war, hockte gut ein Dutzend junger israelischer Männer noch vor den Häusern. Sie trieben sogar ihre Schafe vor die Hausmauern der palästinensischen Familie.

Israelische Streitkräfte, die einen Räumungsbefehl erteilt hatten und wenige Stunden zuvor mit den Siedlern aneinandergeraten waren, kamen in Militärfahrzeugen an, sprachen mit den Männern in Hoodies und Kippot – und zogen dann ab. Wir Jour­na­lis­t:in­nen wurden von den Streitkräften abgewiesen, während sich wenige hundert Meter weiter Siedler frei bewegten.