Mehrere Löschhubschrauber sind bei der Bekämpfung des großen Waldbrandes in Hürtgenwald (Kreis Düren) wieder im Einsatz. Wie schon am Freitag sollen die Hubschrauber auch am Samstag große Mengen an Löschwasser über den Flammen abwerfen, teilte der Kreis mit. Sprecher Ingo Latotzki sagte der dpa, derzeit seien drei Hubschrauber im Einsatz, sieben weitere würden erwartet.Insgesamt seien nun 1400 Kräfte im Einsatz. Auch Wasserwerfer der Polizei würden eingesetzt. Die Brandlage sei derzeit statisch, nachdem sich der Brandherd in der Nacht nicht vergrößert habe. Der Ortsteil Gey bleibe vorerst aus Sicherheitsgründen evakuiert, hieß es. Anwohnerinnen aus den Ortsteilen Vossenack, Hürtgen, Kleinhau und Simonskall sollten sparsam mit Wasser umgehen.„Die Nacht war gut“, sagte Landrat Ralf Nolten (CDU) am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Es habe sehr gute Fortschritte bei der Bekämpfung des Brandes gegeben. Das aktuelle Geschehen sei kein Vergleich mit dem des Vortages: „Gestern Morgen war echter Kampf und jetzt ist kontrolliertes Arbeiten“, verdeutlichte der Landrat.Feuerwehrsprecher: „Starten sehr positiv in den Tag“Auch die Feuerwehr äußerte sich am Samstagmorgen „sehr zufrieden“ mit den Ergebnissen der bisherigen Brandbekämpfung im Hürtgenwald. Feuerwehrsprecher Peter Berndgen sagte der Deutschen Presse-Agentur, für die weiteren Arbeiten hänge nun wieder viel von der Wetterentwicklung ab. „Wir haben einen frischen böigen Wind hier im Hürtgenwald, das könnte nochmal so ein Punkt sein.“ Es gelte aber: „Grundsätzlich starten wir sehr positiv in den Tag.“Man wolle mit der Brandbekämpfung jetzt immer mehr zur Mitte des Waldbrands vorstoßen. „Was denn möglich ist unter den Rahmenbedingungen: Wir sind auf einer Munitionsverdachtsfläche.“ Im Hürtgenwald liegen noch viele Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg, weil dort Ende 1944 eine große Schlacht im Zuge des Vorrückens der Alliierten stattgefunden hatte.Berndgen sagte, die Kräfte würden im Laufe des Tages noch einmal deutlich erhöht. Um die Mittagszeit würden voraussichtlich zehn, elf Hubschrauber gleichzeitig im Einsatz sein. „Ich denke, da gibt’s kaum vergleichbare Lagen, wo so massiv Hubschraubereinsatz stattgefunden hat.“ Darüber hinaus gehe es jetzt um einige „Neben-Baustellen“, etwa eine Optimierung der Wasserversorgung für die Feuerwehr. „Wir bauen etwa Zufahrtsmöglichkeiten zu den Talsperren“, sagte Berndgen. „Wir sind ja da in einem Waldgebiet unterwegs, wo sonst halt niemand auch hinfährt.“Wüst will Brandgebiet am Samstagnachmittag besuchenSeit Donnerstagnachmittag kämpfen bei dem Ort in der Eifel Hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen. Nach Angaben des Kreises Düren sind etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen. Der Waldbrand ist nach Einschätzung der Landesregierung wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen.Im Fokus steht die am frühen Freitagmorgen evakuierte Ortschaft Gey, deren rund 2000 Bewohnerinnen und Bewohner bei Verwandten und Freunden unterkamen. Zwei Bergepanzer der Bundeswehr schlugen nach Angaben Berndgens auch in der Nacht Schneisen im Bereich des Ortsteils. Damit sollte ein Übergreifen des Feuers möglichst verhindert werden.Die Feuerwehr stelle sich auf einen tagelangen Einsatz ein, sagte Berndgen. Alle zwölf Stunden machten sich rund 500 Einsatzkräfte aus NRW auf den Weg zum Schichtwechsel ins Brandgebiet. Die Einsatzplanung reiche derzeit bis Montag. Am Samstagnachmittag will sich auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) vor Ort ein Bild von der Lage im Brandgebiet machen.Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich am Samstagmorgen über die aktuelle Lage informiert. In einem Telefonat habe der Dürener Landrat Ralf Nolten den Bundeskanzler am Samstagmorgen über den Stand in den Brandgebieten unterrichtet, teilte der Landkreis mit. Merz habe sich in dem Gespräch „ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern bedankt“.Mehrere Feuerwehrleute leicht verletztBei dem großen Waldbrand gab es bislang fünf Verletzte. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte der Dürener Landrat Ralf Nolten (CDU) Landrat Nolten der dpa. Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt worden. Darunter seien eine Schnittverletzung und Kreislaufprobleme.In Zusammenhang mit mehreren aktuellen Waldbränden in NRW übernahm das Landesinnenministerium die Koordinierung. Die sogenannte Koordinierungsgruppe des Krisenstabs der Landesregierung wurde aktiviert. Sie koordiniert auch die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte und Spezialgeräte. Neben Hubschraubern der NRW-Polizei waren auch Helikopter aus Hessen und Rheinland-Pfalz sowie der Bundespolizei und Bundeswehr zur Brandbekämpfung im Einsatz.NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und Gorißen appellierten an die Bevölkerung, Wälder derzeit nicht zu betreten. „Brände können sich rasant schnell ausbreiten und Fluchtwege abschneiden“, mahnten sie.Nur rund 60 Kilometer Luftlinie entfernt von Hürtgenwald brach am Freitag ein größerer Wald- und Wiesenbrand im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz aus. Dort brannten rund 50 Hektar, wie ein Sprecher des Landkreises sagte. Mehrere Häuser eines Ortsteils wurden evakuiert, die Evakuierung zweier anderer Orte wurde aber abgewandt. Bei der Bekämpfung waren etwa 300 Kräfte stundenlang im Einsatz. Nach offiziellen Angaben wurden sieben Feuerwehrleute leicht verletzt.
Waldbrand in der Eifel: Massiver Hubschrauber-Einsatz geplant
Auch am Samstag kämpfen Hunderte Einsatzkräfte in der Eifel gegen einen großen Waldbrand. Zur Mittagszeit sollen rund zehn Hubschrauber gleichzeitig im Einsatz sein. Die Feuerwehr äußert sich optimistisch.











