«Die erste woke Welle war verrückt»: In den USA vergeht auch linken Demokraten die Lust am schrillen KulturkampfEine Vorwahl in Wisconsin zeigt, dass allzu woke Kandidaten bei der demokratischen Wählerbasis nicht gut ankommen. Nun distanzieren sich auch Exponenten des linken Parteiflügels wie Alexandria Ocasio-Cortez von ihren früheren Positionen.15.08.2026, 05.30 Uhr4 LeseminutenAlexandria Ocasio-Cortez liebäugelt damit, bei der Präsidentschaftswahl 2028 Bernie Sanders als Bannerträger des linken Flügels der Demokraten abzulösen.Bei Vorwahlen im Mittleren Westen haben die demokratischen Wähler in den letzten Wochen unterschiedliche Signale ausgesandt. In Michigan setzte sich der muslimische Linkspopulist Abdul El-Sayed beim Rennen um die Nomination für den Senatssitz knapp gegen seine zentristische Gegenkandidatin Haley Stevens durch. Auch in Minnesota siegte jüngst mit Peggy Flanagan eine linksprogressive Senatskandidatin.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Im Gliedstaat Wisconsin aber verlor die Sozialistin Francesca Hong bei der demokratischen Vorwahl um das Gouverneursamt knapp gegen David Crowley, den Kandidaten des Parteiestablishments. Hong war in den Umfragen vor dem Wahltag am Dienstag noch klar in Führung gelegen. Dann aber kam es zu einer grossen Mobilisierung von gemässigten demokratischen Wählern, denen Hong zu links war. Liam Kerr, der Gründer eines zentristischen Super-Pacs zur demokratischen Kampagnenfinanzierung, sprach von der «Rache der schweigenden und normalen Mehrheit».Gegen Thanksgiving und ValentinstagTatsächlich galt die koreanischstämmige Hong, die der Gruppierung Democratic Socialists of America (DSA) angehört, im landesweiten Vergleich als besonders linksgerichtete Kandidatin. Zum Verhängnis wurden ihr woke Posts auf Social Media, die sie unter anderem während der Pandemie publiziert hatte.So hatte sie zur Abschaffung des amerikanischen Familienfests Thanksgiving aufgerufen, in dem sie eine kolonialistische Hinterlassenschaft sah. Den Valentinstag bezeichnete sie als Tag, an dem der Kapitalismus den Menschen diktiere, wie sie zu lieben hätten. Weiter rief sie zur Abschaffung der Polizei auf, die nur dazu diene, die «Vorherrschaft der weissen Rasse» in den USA zu zementieren.Zwar relativierte Hong einige dieser Positionen, doch konnte sie ihr Image als schrille Kulturkämpferin nicht mehr abschütteln. Die Republikaner versuchten, dies auszunützen: Mit der Partei verbundene Organisationen gaben 5 Millionen Dollar für Wahlwerbung zugunsten von Hong aus – in der Hoffnung, diese würde sich in der Ausmarchung gegen den republikanischen Gouverneurskandidaten als schwächere Rivalin erweisen. Tatsächlich legten die Umfragen nahe, dass die Demokraten mit Hong als Kandidatin das Gouverneursrennen klar verloren hätten.Wie schon in Michigan zeigte sich nun auch bei der demokratischen Vorwahl in Wisconsin, dass Linkspopulisten bei der Arbeiterklasse, die sie eigentlich zu vertreten vorgeben, über begrenzten Rückhalt verfügen. Die meisten Stimmen holten El-Sayed und Hong bei Jungwählern und gebildeten Akademikern.«Wir sind das einzige Land, in dem man reich sein muss, um ein Sozialist zu sein», spottete Rahm Emanuel, der einstige Stabschef von Barack Obama und frühere Bürgermeister von Chicago. «Wenn wir eine Partei sein wollen, die arbeitende Leute anspricht, die sich von Monatslohn zu Monatslohn durchschlagen, dann haben die Sozialisten genau diese Wähler abgeschreckt», sagte er «Politico».Putting my DCCC political strategist hat back on for a minute, the DSA vs. normie Dem debate is overlooking an important fact. Black Democratic turnout has been surging since the Supreme Court gutted the Voting Rights Act and cleared the way for the Trump-backed redistricting…— Rahm Emanuel (@RahmEmanuel) August 10, 2026
Zu woke: In den USA vergeht den linken Demokraten die Lust am Kulturkampf
Eine Vorwahl in Wisconsin zeigt, dass allzu woke Kandidaten bei der demokratischen Wählerbasis nicht gut ankommen. Nun distanzieren sich auch Exponenten des linken Parteiflügels wie Alexandria Ocasio-Cortez von ihren früheren Positionen.











