Deutsche Industrieunternehmen verlagern aktuell Teile ihrer Produktion nach Osteuropa. MAN baut Kapazitäten in Polen aus, Mercedes verlagert die Sprinter-Produktion dorthin, Bosch zieht Teile seiner Lkw-Sparte nach Ungarn. Niedrigere Kosten und attraktivere Standortbedingungen machen die östlichen Nachbarn für deutsche Konzerne immer interessanter.Inzwischen zeigt sich auch die andere Seite dieser Entwicklung. Osteuropa nimmt Deutschland nicht nur Produktion, sondern auch immer mehr Waren ab. Während Deutschlands Exporte nach China und in die USA deutlich zurückgehen, wächst das Geschäft mit wichtigen östlichen Nachbarn kräftig.
Polen hängt China als Absatzmarkt längst ab
Im ersten Halbjahr sanken die deutschen Ausfuhren nach China laut dem Statistischen Bundesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,4 Prozent, jene in die USA um 6,5 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Exporte nach Polen um 9,2 Prozent und nach Tschechien sogar um 14 Prozent. Allein nach Polen exportierten deutsche Unternehmen im ersten Halbjahr Waren für 53,8 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Nach China gingen nur noch Waren für 36,3 Milliarden Euro.
Deutschland verkaufte damit fast 50 Prozent mehr Waren nach Polen als nach China. Polen ist inzwischen der viertwichtigste Absatzmarkt deutscher Unternehmen, China nur noch Nummer neun. Selbst das deutlich kleinere Tschechien kam mit 30,3 Milliarden Euro bereits erstaunlich nahe an die Volksrepublik heran.








