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Hürtgenwald: Waldbrand in Eifel wohl größter in der Geschichte von NRW Mindestens 200 Hektar Wald brennen in Hürtgenwald – wohl ein Negativrekord für Nordrhein-Westfalen. Ministerin Gorißen richtet einen Appell an alle Bürger.

Der Brand im Hürtgenwald breitet sich aus. Foto: IMAGO/ManngoldDer Waldbrand im Hürtgenwald ist wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. „Wir haben hier in Hürtgenwald mit einem Ausmaß zu tun, mit dem wir so nichts zu tun hatten in Jahrzehnten“, sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte. „Das ist einfach eine andere Hausnummer.“Die Landesregierung gehe davon aus, dass es der größte Waldbrand in der Geschichte von NRW sei. „Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat“, berichtete Gorißen. „Es könnte gut sein, dass es tatsächlich der größte ist seit Bestehen unseres Bundeslandes, und dann sieht man mal, womit wir hier gerade zu tun haben.“ Sie gehe von einer betroffenen Mindestfläche von 200 Hektar aus. „Es wird wahrscheinlich schon einiges mehr sein, möglicherweise kratzen wir hier an der 300.“„Ein bisschen apokalyptisch“Gorißen sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass sie schon von Weitem während der Anfahrt die Rauchsäulen habe aufsteigen sehen. „Das ist so ein bisschen apokalyptisch. Es ist ein sehr beeindruckendes Bild, sehr trauriges Bild, den Wald brennen zu sehen.“Wirtschaft von oben Feuerwehr in Düren zieht die „Bordeaux-Option“ Die Evakuierungen verdeutlichen die Gefahrenstufe des Waldbrands bei Düren. Muss die Feuerwehr bald mit Notrodungen reagieren? von Sebastian SchugBeeindruckend sei aber auch, welch unfassbare Zahl von Menschen hier mit anpacke, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. „Es ist schon ein wahnsinniges Ausmaß.“ Sie appellierte an alle Bürgerinnen und Bürger, keine Wälder zu betreten, um nicht noch weitere Brände auszulösen. „Fast alle Waldbrände sind menschengemacht.“Löschhubschrauber bekämpfen das Feuer aus der Luft, Wasserwerfer der Polizei sollen das Feuer von der Seite aus eindämmen. Zuvor war die Bundeswehr bereits mit zwei Panzern im Einsatz, um Schneisen in den Wald zu schlagen. Land- und Forstwirte unterstützen.Ein Polizeihubschrauber mit Löschwasserbehälter startet zum Einsatz beim Waldbrand im Hürtgenwald. Foto: Christoph Driessen/dpaFeuer gegen Feuer im EinsatzLaut Feuerwehrsprecher Peter Berndgen soll nun auch Gegenfeuer als Mittel der Brandbekämpfung zum Einsatz kommen. Diese Taktik solle Brandschneisen in die Fläche im nordrhein-westfälischen Kreis Düren schlagen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreitet. „Wir haben Expertenteams vor Ort, die genau diese Taktik gerade einsetzen“, erläuterte Berndgen. Diese Methode sei aus Kanada und Südeuropa bekannt.Was am Donnerstagnachmittag zunächst einer von vielen Waldbränden in dieser Trockenperiode zu sein schien, haben starke wechselnde Winde im Laufe der Nacht zu einer Feuerwalze in der Nordeifel wachsen lassen. Im Laufe des Tages fraßen sich die Flammen noch näher an Hürtgenwald heran. Die Ortschaft liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat insgesamt knapp 9000 Einwohner.Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Ralf Nolten (l), Landrat des Kreises Düren, und Stephan Cranen, Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald, stehen vor der Einsatzzentrale beim Waldbrand. Foto: Federico Gambarini/dpaMerz dankt EinsatzkräftenFür ihren Einsatz im Kampf gegen Waldbrände hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Einsatzkräften gedankt. „In vielen Teilen des Landes wüten Waldbrände“, schrieb er auf X. Er werde laufend über die Entwicklung unterrichtet. „Ich danke allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz“, schrieb Merz. Wo immer möglich, leisteten Bundespolizei und Bundeswehr Hilfe, so der Kanzler.Der Löscheinsatz könne noch Tage dauern, vermutet Feuerwehrsprecher Berndgen. „Wir haben heute sehr ungünstige Bedingungen für eine Waldbrandbekämpfung“, erklärte er. Es handele sich um einen sogenannten „Red Flag Day“: Hohe Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind erschweren die Arbeit der Einsatzkräfte.Rückkehr der Anwohner ungewissBerndgen geht deshalb davon aus, dass die evakuierten Anwohner im Laufe des Abends „auf keinen Fall“ in ihre Wohnungen zurückkehren können. Eine aktuelle Entscheidung des Krisenstabs sei ihm bislang nicht bekannt. „Wir müssen noch frei arbeiten können“, sagte Landrat Ralf Nolten (CDU). Während etwa Wasserwerfer ein- und ausfahren, bleibe der Bereich vorerst abgesperrt. Es sei noch unklar, wann die Bewohner zurück könnten.Die Polizei Köln ermittelt zur Ursache des Großbrandes und hat ein Hinweisportal für Zeugen eingerichtet. Von besonderem Interesse seien Fotos und Videos aus dem Zeitraum der Brandentstehung, teilte die Behörde mit. dpa Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick