PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSchwimmbad in Berlin„Fickt euch!“-Banner vor Volksbühne – Linke und Grüne empört über Absage von Schwimm-EventStand: 16:20 UhrLesedauer: 3 MinutenVor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz hängt am temporären Schwimmbad ein Transparent mit der Aufschrift „Fickt euch!“Quelle: Christophe Gateau/dpaEin exklusiver Schwimmtag für schwarze Menschen fällt wegen Sicherheitsbedenken aus. Das „Volksbad“ bleibt dicht, Mitarbeiter hängen ein Transparent auf. Linke und Grüne sprechen von beschämenden Zuständen.Nach Absage eines Schwimm-Events für schwarze Menschen vor der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz verzichtet das Pop-up-Bad gänzlich darauf, am Freitag zu öffnen. „Es bleibt heute aus Solidarität mit der Schwarzen Community geschlossen. Am Samstag um 12 Uhr macht es wieder auf“, kündigte Intendant Matthias Lilienthal gegenüber dem „Tagesspiegel“ an.Für die vorangegangene Kritik zeigte der Dramaturg wenig Verständnis. „Ich finde das einen total albernen Vorgang, jedes Bad hat den halben Tag geschlossen für Schwimmvereine – und was anderes machen wir auch nicht“, bemängelte Lilienthal. „Wir versuchen auf vorbildliche Art und Weise, das Landesantidiskriminierungsgesetz umzusetzen, was vorsieht, dass Menschen mit Diskriminierungserfahrung besondere Räume angeboten werden müssen.“Die Mitarbeiter des Theaters scheinen den Unmut ihres Intendanten zu teilen. Am Freitag stellten diese ein großes Transparent mit dem Slogan „Fickt euch!“ auf. „Das wollen wir unkommentiert so stehen lassen“, sagte Lilienthal dem „Tagesspiegel“. Eine Passantin stellte zudem ein Schild auf, auf dem „Solidarität mit Schwarzen Menschen“ zu lesen ist.Die Berliner Volksbühne und der Verein Each One Teach One hatten die für Freitag geplante Veranstaltung abgesagt, bei der exklusiv für Menschen der schwarzen Community Schwimmen angeboten werden sollte.Man könne eine sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher ebenso wenig garantieren wie einen entspannten Feriennachmittag, hieß es. Eoto ist im Bereich der Rassismusprävention tätig und setzt sich für das Empowerment (Deutsch: Selbstbefähigung) schwarzer Menschen ein. Der Verein ist einer der Träger des Black Communities Center in Berlin-Wedding, das dieses Jahr eröffnet wurde.Lesen Sie auchLinke und Grüne in Berlin hatten die Absage der geplanten Veranstaltung des Vereins Each One Teach One (Eoto) aus Sicherheitsgründen als „unerträglich“ bezeichnet. „Dass die Absage wegen Sicherheitsbedenken erfolgen musste und das gemeinsame Schwimmen für schwarze Kinder und Jugendliche im Volksbad nun ausfällt, zeigt, wie sehr Hass und Hetze um sich greifen“, sagte Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp der Nachrichtenagentur dpa. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sprach von einem „Skandal“. Der Verein habe das Bad regulär für seine Mitglieder gemietet, erklärte Linke-Politikerin Eralp. „Das Volksbad ermöglicht damit Zugänge für Menschen, die oft von Ausschlüssen und Rassismus betroffen sind. Das als eine Form von Diskriminierung zu bezeichnen, lässt tief blicken.“Lesen Sie auchVon anderen Parteien hatte es Kritik an der geplanten Veranstaltung von Each One Teach One gegeben. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers sagte der WELT: „Ich hatte die Idee eines Volksbades so verstanden, dass es offen für alle ist. Ich für meinen Teil unterscheide Menschen grundsätzlich nicht nach Hautfarbe.“FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer schloss sich der Kritik an. Ein Volksbad, das Menschen nach ihrer Hautfarbe einteile, führe seinen Namen ad absurdum. „Öffentliche Einrichtungen sollen Menschen zusammenbringen, nicht trennen“, so Meyer. Seit dem 7. August 2026 und noch bis Anfang Oktober steht vor dem Theater ein 25 Meter langes und 1,30 Meter tiefes Freibad, das sogenannte Volksbad. Der Eintritt ist kostenlos. An einigen Tagen allerdings ist das Schwimmbecken für bestimmte Vereine reserviert. Dabei will die Volksbühne auch bleiben: „Wir werden selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen anbieten“, teilte Intendant Lilienthal mit.doli mit dpa