Die Berliner Volksbühne hat ihren geplanten Nachmittag für einen Verein der schwarzen Community Berlins im Pop-up-Pool vor dem Theatergebäude abgesagt. Wegen heftiger Kritik an der Veranstaltung seien die Sicherheitsbedenken zu groß geworden. Am Donnerstagnachmittag veröffentlichte die Volksbühne eine Pressemitteilung. Darin steht: „Wir können die sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher*innen ebenso wenig garantieren wie einen entspannten Feriennachmittag.“Die Mitarbeiter der Volksbühne hätten „unterschätzt“, heißt es weiter, „dass etwas für öffentliche Schwimmbäder völlig Selbstverständliches – nämlich Angebote für spezifische Gruppen wie Senior*innen, Nicht-Schwimmer*innen, Kinder und Jugendliche durch Vereine – im Falle der Veranstaltung mit EOTO e. V. zu einer bundesweiten Welle von Anti-Schwarzem Rassismus und Hetze führen würde“.Seit entdeckt wurde, dass am kommenden Freitag das „Volksbad“ vor der Berliner Volksbühne zwischen 12 und 18 Uhr komplett für den Verein „Each One Teach One“ reserviert sei, hatten einige Journalisten und Menschen auf Social Media diese Entscheidung kritisiert.Bis Dienstag hieß es auf der Webseite des Theaters noch ausführlich über den Termin am Freitag: „In diesem Zeitraum ist das Volksbad exklusiv für schwarze Communitys geöffnet, wir bitten, diese kollektive Selbstbezeichnung und die damit verbundenen Räume zu respektieren.“ Der Berliner Verein „Each One Teach One“ richtet sich an Menschen afrikanischer Herkunft und realisiert Projekte zum Thema Empowerment und Antidiskriminierung.Eine weiße junge Frau fühlt sich diskriminiertEs sei „rassistisch“, das Bad für eine wie auch immer kurze Zeit nur einer bestimmten Gruppe zugänglich zu machen, klagt eine weiße junge Frau auf Instagram. Sie fühle sich diskriminiert, dabei diskriminiere sie selbst doch niemanden. Andere kritisieren, durch diese Trennung nach Gruppen und Hautfarben fördere man doch erst recht Ungleichheit; manche wähnen sich ungut an Rassentrennung erinnert. Die Berliner Zeitung wirft der Leitung der Volksbühne vor, sich in dieser Debatte wegzuducken, statt selbstbewusst aufzutreten. Tatsächlich wurde die Kommentarfunktion auf Instagram bei den neuen Beiträgen der Volksbühne deaktiviert.In der Pressemitteilung des Theaters wird auch Doris Liebscher zitiert, Leiterin der die Ombudsstelle des Landesantidiskriminierungsgesetzes bei der Senatsverwaltung. Sie sagt, dass dem Gesetz zufolge „eine unterschiedliche Behandlung zulässig“ sei, „wenn durch geeignete und angemessene Maßnahmen bestehende Nachteile strukturell benachteiligter Personen verhindert oder ausgeglichen werden sollen“. Angebote für strukturell benachteiligte Gruppen, wie Frauen, queere Personen, ältere Menschen, Migranten und Migrantinnen, sozial schwache Jugendliche oder schwarze Menschen seien vor diesem Hintergrund keine Diskriminierung.Das „Volksbad“ vor der Berliner Volksbühne hat seit 7. August geöffnet und ist für die einen nur ein teures Warm-up für die neue Spielzeit, für den Intendanten Lilienthal hingegen künstlerische Kritik an politischen Missständen; etwa am Verfall Berliner Infrastruktur.Für den Verein „Each One Teach One“ sei es, einer eigenen Stellungnahme nach, darum gegangen, „einen schönen Sommerferien-Nachmittag für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen und ihre Angehörigen zu organisieren“. Durch die „polemische Berichterstattung“ sei nun, verstärkt durch die exponierte Lage des Schwimmbeckens, mit diskriminierenden Äußerungen und Angriffen auf Persönlichkeitsrechte oder gar weiteren Gefahren zu rechnen.Es sei „ein Klima entstanden, in dem wir nicht mehr darauf vertrauen können, dass es eine positive Erfahrung für die jungen Menschen wird“.
Volksbühne sagt Schwimmbad-Veranstaltung ab
Die Berliner Volksbühne hatte ihren Pop-up-Pool für ein paar Stunden ausschließlich für Schwarze reserviert. Nach heftiger Kritik wurden die Sicherheitsbedenken zu groß.










