Im Dialog: Das Ensemble Kaleidoskop in Berlin und die israelische Solistin Maya Dunietz laden immer wieder internationale MusikerInnen für Kollaborationen ein.

Es fährt ein Zug nach Nirgendwo: das Ensemble Kaleidoskop an einem stillgelegten Bahngelände

Sonja Müller

Wo genau entstehen Töne? In dem Instrument, das Schwingungen erzeugt und vielleicht einen Resonanzkörper besitzt, oder doch erst im Gehirn des Menschen, der dies hört? Auf diese Frage lieferte ein immersiver Konzertabend in der Halle am Berghain in Berlin am Mittwoch zwar keine abschließende Antwort, aber doch recht stimulierende Annäherungen.

Zum einen mit der Uraufführung von „Trembling / Drifting“, einer Zusammenarbeit des Berliner Solistenensembles Kaleidoskop mit dem in Seoul ansässigen Ensemble WhatWhy Art. Zeitgenössische Avantgarde verbindet letzteres mit traditionellen koreanischen Klangwelten, erzeugt mit Instrumenten wie dem Daegeum (einer schnarrigen Bambus-Querflöte) und dem Geomungo (einer kraftvoll klingenden Zither).