Wie gelingt bei Außentemperaturen von 40 Grad die Abkühlung? Duschen ist eine Möglichkeit. Noch besser wäre es, ganz in kaltes Wasser eintauchen zu können. Aber bis zum Schwimmbad ist es weit, der Aufwand zu hoch. Wie schön war es doch im Sommerurlaub, als nach dem Ausflug noch die Erfrischung im kleinen Pool des Hotels folgte, in dem man ganz allein schwamm. Wäre das nicht auch zu Hause möglich?In einer Miet- oder Eigentumswohnung ist das nicht so einfach. Auf dem Balkon ein kleines Planschbecken für die Kinder aufzustellen, mag noch gehen. Das lässt sich mit zwei bis drei Eimern Wasser schnell befüllen und nach Gebrauch wieder leeren. Doch wie ist es mit einem der angesagten Eisfässer, die es in zusammenfaltbarer Ausführung derzeit für wenig Geld im Internet gibt, oder einer Outdoorbadewanne? Bei größeren Behältnissen wird es nicht nur mit der Wasserzufuhr und -ableitung schwierig, sagt Rolf Janßen, Geschäftsführer des Mieterschutzbundes in Frankfurt.Wie kommt das Wasser rein und wieder raus?Es stellt sich auch die Frage nach der Statik: Trägt der Balkon das überhaupt? „500 Kilogramm kommen da schnell zusammen“, warnt Janßen. Grundsätzlich sei aber ein Becken auf dem Balkon erlaubt, solange Wohnung und Anbauten nicht beschädigt und die Nachbarn nicht gestört würden. Allerdings rate der Mieterschutzbund bei Anfragen, sich zunächst einmal Gedanken darüber zu machen, wie das Wasser in das Becken hineinkomme und wie es abgepumpt werden könne. Der Aufwand sei vielen zu hoch.Ebenso wie die Gefahr, dass es auslaufen und Schaden an der Immobilie oder am Mobiliar anderer Wohnungen anrichten könnte. Auch im Hof und Garten dürfe ein Becken nicht einfach aufgestellt werden, warnt Janßen. Es sollte mit dem Eigentümer gesprochen werden, weil zum Beispiel der Rasen darunter kaputtgehen könnte.Wer einen eigenen Garten besitzt, hat es da besser – aber nicht einfacher. Nun gibt es die Qual der Wahl. Aufblasbare Pools sind die schnellste und günstigste Möglichkeit zur Erfrischung. Wer es etwas größer mag, für den wäre auch ein Pool mit Plane und Außenstangen geeignet. Es gibt sie in diversen Größen – aufblasbare auch als Whirlpool. Wer ein bisschen sucht, findet selbst in diesem heißen Sommer für 100 bis 500 Euro noch Angebote. Anzeigepflichtig seien sie nicht, sagt der 60 Jahre alte Architekt Holger Maurer, der sich auf den Bau von Wellnessanlagen spezialisiert hat. Ein bekanntes Objekt von ihm im Rhein-Main-Gebiet sind die Pools des ZDF-Fernsehgartens auf dem Lerchenberg in Mainz.Die Filteranlagen sind eine Wissenschaft für sichDoch wie lassen sich Becken und Wasser sauber halten? Wenn das Wasser länger steht, bilden sich darin Keime, die gesundheitsschädlich sind. Kleine Becken können nach der Benutzung geleert werden, und mit dem Wasser lassen sich die Pflanzen gießen. Allerdings ist das nicht nur aufwendig, sondern verbraucht auch viel Wasser – und ist deshalb zurzeit wegen der Trockenheit nicht überall erlaubt.Besser ist es, das Wasser aufzubereiten. Größere Becken benötigen immer eine Filteranlage und sollten mit Chlor behandelt werden. Das ist allerdings eine Wissenschaft für sich. Tipps für Poolneulinge gibt es zum Beispiel in diversen Internetforen wie Pool & Garten oder Whirlpool, Jacuzzi & Spa auf Facebook. Dort tauschen sich die Nutzer über das richtige Vorgehen bei grünem oder milchigem Wasser sowie Algen und Flecken am Beckenrand oder Boden aus. Eines ist dabei klar: Das ist immer ein Zeichen dafür, dass die Reinigung nicht funktioniert hat.Wie viele selbst aufgebaute Pools in hessischen Gärten stehen, können bestenfalls die Wasserversorger anhand des Verbrauchs wissen. Wobei die meisten Besitzer ihre Becken schon im Frühjahr befüllen, wenn es noch keine Wasserknappheit gibt, und im Sommer nur verdunstetes Wasser auffüllen. Einen Überblick über fest installierte Pools hat dagegen der Bundesverband Schwimmbad und Wellness, der alle zwei Jahre eine Erhebung durchführen lässt. Demnach gibt es rund zwei Millionen Pools in deutschen Privathaushalten.Die Zahl der Pools steigt nichtDie Zahl ist in den vergangenen Jahren nicht gestiegen, sondern eher ein wenig gesunken. Die meisten davon sind in die Erde eingelassene Becken (gut 750.000 oder knapp 38 Prozent), dicht gefolgt von aufgestellten Becken mit einer Tiefe von mindestens 1,20 Metern und einem Anschaffungspreis von 4000 Euro an (gut 35 Prozent). Die anderen verteilen sich auf Hallenbäder, Whirlpools und sogenannte Swimspas.Bleibt die Frage: Welche Art von Becken ist gewünscht? Wie groß und wie tief soll es sein? Für Kinder ist ein flaches Becken besser zum Spielen, für passionierte Schwimmer ein großes und tiefes – oder eines mit Gegenstromanlage. Wer ganzjährig ins Wasser gehen will, bevorzugt vermutlich einen beheizbaren Whirlpool. Doch damit sie nicht nur im Sommer genutzt werden, sollte auch bei Schwimmbecken an eine Heizung gedacht werden, rät Maurer. Mit einer Luft-Wärme-Pumpe, die mit Strom aus einer Photovoltaikanlage betrieben werden kann, oder einem Solarabsorber erreicht man angenehme Temperaturen.Zu kaufen gibt es die Pools online, im Baumarkt, bei einem Händler oder einem Poolbauer. Die Wahl hängt dabei stark vom Budget ab. Becken und Whirlpools für weniger als 10.000 Euro sind bei spezialisierten Händlern und Poolbauern nicht zu bekommen. Bei günstigeren Becken aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die im Baumarkt oder Internet angeboten werden, sollte man auf den Hersteller achten. Maurer empfiehlt, ein Markenprodukt zu wählen, bei Whirlpools auf die Isolierung zu achten und sich vorher darüber zu informieren, ob es Ersatzteile gibt. Sonst muss der gesamte Whirlpool ausgetauscht werden, wenn die Pumpe kaputtgeht.Die Technik ist oft die SchwachstelleDie Technik sei häufig die Schwachstelle, berichtet Dirk Gutzeit, Poolbauer aus Dreieich. Bei seinem Betrieb Pro Pool meldeten sich häufig Kunden, die Schwierigkeiten mit einem im Internet bestellten Produkt hätten, berichtet der 59 Jahre alte Fachmann. Oftmals seien preiswerte Pumpen oder Filter verbaut, die für die Größe der Becken nicht ausreichten. Man weise die Kunden nicht ab, sondern helfe ihnen, soweit es gehe, sagt Gutzeit.Einen Fachbetrieb in der Nähe zu haben, an den man sich bei Schwierigkeiten wenden kann, ist ein Vorteil. Vor allem bei Whirlpools, in denen noch mehr Technik verbaut ist als in einem herkömmlichen Schwimmbecken. Ein Fachbetrieb kann die Kunden zudem schon vor dem Kauf auf mögliche Hindernisse hinweisen und ihnen erklären, was zu beachten ist.Das hat jedoch seinen Preis. Das am meisten nachgefragte, weil günstigste Modell eines bekannten Markenherstellers aus Bayern, der auch im Rhein-Main-Gebiet mit Ausstellungen vertreten ist, ist ein Whirlpool für drei Personen mit den Außenmaßen von 200 mal 174 Zentimetern. Er wird von dem Unternehmen angeliefert, aufgebaut und angeschlossen und kostet rund 13.000 Euro. Erforderlich sind ein Starkstromanschluss und ein fertiges ebenes Fundament. Wenn der Garten keinen ausreichend großen Außenzugang hat, wird ein Kran benötigt, um das Becken einzuheben. Die Lieferzeit beträgt sechs bis acht Wochen.Der Unterhalt ist teuerDabei sind die laufenden Kosten nicht zu unterschätzen. Der Whirlpool fasst etwa 680 Liter, die der Käufer mit einem Gartenschlauch aus der Leitung zapfen soll. Eine Belieferung mit Wasser aus einem Tankwagen, weil zum Beispiel gerade Wassernotstand in einem Gebiet herrscht, hat keines der befragten Unternehmen angeboten.Der Whirlpool verfügt über eine 250-Watt-Pumpe, die zwölf Stunden am Tag laufen sollte, um das Wasser frisch zu halten. Aufgeheizt wird je nach Bedarf. Für Strom rechnet der Anbieter mit Kosten von 2,20 Euro am Tag bei einer ganzjährigen durchschnittlichen Nutzung von vier Tagen in der Woche. Er empfiehlt den Kunden, ein Balkonsolarkraftwerk für die Stromzufuhr anzuschaffen. Die Filter müssen regelmäßig mit Wasser gespült und einmal im Jahr für gut 50 Euro ausgetauscht werden. Weiterhin sind Chlor oder eine Ozon-Aufbereitung nötig.Wem das kleine Becken nicht reicht, der kann von dem Hersteller auch Swimspas erwerben. Eine Familie mit zwei Grundschulkindern interessiert sich in der Ausstellung des Markenherstellers für einen fünf Meter langen und knapp 2,5 Meter breiten Pool mit zwei Massageplätzen. Das Becken, das in den Boden eingelassen werden kann, kostet rund 30.000 Euro. Es kann jedoch nur mit dem Kran angeliefert werden.Brunnenwasser ist ungeeignet für einen PoolBei großen Becken muss man aber auch mit einem größeren Wasserverbrauch rechnen. Poolbauer Gutzeit schätzt, dass bei einem sieben mal drei Meter großen Becken 1000 Liter im Monat nachzufüllen sind. Um die Menge möglichst gering zu halten, empfiehlt er, den Pool nicht nur abends, sondern auch bei starker Sonneneinstrahlung abzudecken. Es gebe Systeme, um Rückspülwasser, den Überlauf oder Regenwasser aufzubereiten. Die seien allerdings noch teuer. Brunnenwasser für den Pool zu nehmen, empfiehlt sich dagegen nicht. Es könnte eisenhaltig sein, ausflocken oder Flecken hinterlassen, wie Nutzer im Internet berichten.Einen Kran benötigt Gutzeit nicht, um seinen Kunden den Traum vom Pool zu ermöglichen. Gerade in Städten seien die Gegebenheiten oft zu eng, um einen Fertigpool anzuliefern. Der Poolbauer aus Dreieich stellt das Becken dann an Ort und Stelle aus Beton und Folie her. Für einen solchen Pool müssen die Kunden eine Bauanzeige bei der Stadt einreichen. Das erspare böse Überraschungen.Auch Architekt Maurer rät, sich zuvor beim Bauamt zu informieren, ob es Einschränkungen wegen der bebauten Fläche oder des Grundwasserschutzes gebe. Außerdem empfiehlt er, einen Baufachmann zu konsultieren, wenn das Schwimmbad eingegraben werden soll. „Die Statik muss stimmen, damit das Becken dem Wasserdruck standhält und nicht undicht wird.“ Andernfalls könnte es unterspült und instabil werden.Ein betonierter Pool, für den Gutzeit rund 100 Arbeitsstunden kalkuliert, kostet mindestens 30.000 Euro. In Neubaugebieten seien vor allem kleinere Pools von vier mal zwei Metern gefragt. Für ein sieben mal drei Meter großes Becken sind es sogar rund 70.000 Euro, auch weil die Ausstattung mit automatischer Abdeckung dann aufwendiger ist. Allerdings halte ein solches Schwimmbad auch Jahre – „das bauen Sie sich nur einmal im Leben“.Mit der Corona-Pandemie habe die Nachfrage nach Pools deutlich angezogen, berichtet Gutzeit. „Damals kamen viele Unternehmen neu auf den Markt, die inzwischen wieder verschwunden sind.“ Gutzeit ist seit 33 Jahren im Rhein-Main-Gebiet tätig. Vor allem im Taunus – in Kronberg, Königstein, Usingen oder Hofheim – hat er schon viele Pools gebaut. Sein Einzugsgebiet reicht bis nach Heidelberg und an die Bergstraße. „Weiter rechnet es sich nicht.“ Der Betrieb mit neun Mitarbeitern baut etwa 30 neue Anlagen im Jahr und saniert rund 20 weitere.Wer sich für ein neues Schwimmbecken interessiert, erhält es jedoch nicht mehr in dieser Saison. Lediglich kleine Fertigpools, die nur einen Arbeitsaufwand von drei bis vier Tagen erforderten, könnten noch bis Jahresende zwischengeschoben werden.Das aufwendigste Projekt, das Gutzeit je realisiert hat, war ein Pool mit großem Edelstahlbecken und einem hydraulischen Hubboden. Das biete sich vor allem für kleine Gärten an. Dann könne die Fläche, die mit Platten belegt sei, als Teil der Terrasse genutzt werden, wenn der Pool nicht genutzt werde. Wenn man den Boden absenke, entstehe ein Plansch- oder bei tieferem Absenken ein Badebecken. Das Wasser komme in sogenannte Schwallwassertanks. Der Pool sei auf Knopfdruck schnell nutzbar. Das acht mal drei Meter große Becken habe alles in allem 200.000 Euro gekostet.