Pferde waren für Elisabeth II. eine Herzensangelegenheit. Und wer gut mit Pferden konnte, konnte gewöhnlich auch gut mit der Königin. So wie „Porchie“, der sich seit 1969 um ihre Rennpferde kümmerte. Der siebte Graf von Carnarvon, der vor dem Tod seines Vaters im Jahr 1987 den Höflichkeitstitel Lord Porchester trug, was seinen Spitznamen erklärt, zählte zu den wenigen persönlichen Freunden der Monarchin.Glaubt man der Serie „The Crown“, war Elisabeths Mann, Prinz Philip, sogar eifersüchtig auf „Porchie“. Claire Foy sagt in Folge neun der ersten Staffel als Elisabeth zu Philip (gespielt von Matt Smith), dass es Leute gebe, „die es lieber gesehen hätten, wenn ich ihn geheiratet hätte. Vielleicht wäre eine Ehe mit ihm einfacher gewesen – hätte womöglich sogar besser funktioniert als unsere. Doch zum Bedauern und Frust aller ist der einzige Mensch, den ich je geliebt habe, du.“„Porchie“ zählte zu den engsten Vertrauten der KöniginNeben „Porchie“ gab es noch einen bedeutsamen Pferdeflüsterer in Elisabeths Leben: Monty Roberts. Der Amerikaner verstand sich darauf, Pferde ohne Zwang zu trainieren. Er baute Vertrauen auf, und das so eindrücklich, dass die Königin ihn 1989 auf Schloss Windsor einlud. Fortan beriet er sie, auch bei der Auswahl ihrer siegreichen Rennpferde, bis zu ihrem Tod im September 2022.Elf Jahre zuvor hatte sie ihm eine Ehrenmitgliedschaft im Royal Victorian Order verliehen – eine besondere Auszeichnung für Personen, die sich persönlich um die britische Monarchie verdient gemacht haben. Nach ihrem Tod nannte Roberts die Königin „den Wind unter meinen Flügeln“. Sie habe ihn verstanden und entscheidend dazu beigetragen, dass seine Pferdephilosophie auf der ganzen Welt Anerkennung gefunden habe.Pferdeflüsterer unter sich: Camilla (links), noch Herzogin von Cornwall, trifft im Jahr 2015 mit Königin Elisabeth II. den Amerikaner Monty Roberts in den Reitställen des Buckingham-Palasts.Picture AllianceRoberts, 1935 im kalifornischen Salinas geboren, war der Sohn eines Pferdetrainers. Der Vater war gewalttätig, schlug ihn genauso wie seine Pferde. Als junger Mann studierte er die wilden Mustangs in Nevada, brachte bald schon Elizabeth Taylor und James Dean das Reiten bei und doubelte die beiden auch, wenn es hoch zu Ross für sie zu gefährlich wurde. Sein Buch „Der mit den Pferden spricht“ aus dem Jahr 1996 wurde ein Bestseller, Anfang August ist Monty Roberts im Alter von 91 Jahren gestorben.Gleich vier Königshäuser waren in Aachen vertretenDass Pferde nicht nur im britischen Königshaus eine besondere Rolle spielen, zeigte sich in dieser Woche bei der Reitweltmeisterschaft in der Aachener Soers. Dort gibt sich nicht nur die Elite der Dressur- und Springreiter ein Stelldichein, sondern es kamen zum Auftakt auch gleich Vertreterinnen aus vier europäischen Königshäusern.Aus Dänemark reisten Königin Mary und Prinzessin Benedikte an, die jüngere Schwester der früheren Königin Margrethe II. Aus Spanien kam die Schwester von König Felipe VI. – Infantin Elena. Und aus Großbritannien Zara Tindall, die Tochter von Prinzessin Anne, die als Vielseitigkeitsreiterin 2012 bei den Olympischen Spielen in London mit der Mannschaft eine Silbermedaille gewann. Ihr Pferd damals hieß High Kingdom, die Medaille überreichte ihr ihre Mutter, selbst früher Olympiateilnehmerin.Und auch die Niederlande waren hochkarätig vertreten durch Kronprinzessin Amalia. Auch sie liebt Pferde und ist eine gute Reiterin. Zur Eröffnung der Reit-WM kam die Zweiundzwanzigjährige allerdings in einer besonderen Kutsche, der Crème Calèche aus dem Jahr 1898.Geschenk von Königin Emma: Mit der Crème Calèche aus dem Jahr 1898 fuhren die niederländische Kronprinzessin Amalia und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (rechts) zur Eröffnungsfeier der Weltmeisterschaft in Aachen.dpaDas historische Gefährt war einst ein Geschenk von Königin Emma an ihre Tochter Wilhelmina anlässlich deren Thronbesteigung an ihrem 18. Geburtstag. Auch die Königinnen Juliana (1948) und Beatrix (1980) nutzten sie anlässlich ihrer Krönungen, Willem-Alexander hingegen brach 2013 mit dieser Tradition. Nun fuhr seine älteste Tochter zusammen mit Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) zur Eröffnungsveranstaltung der Reit-WM am Dienstag.Meghan kann so gar nicht mit PferdenWer so gar nichts mit Pferden anfangen kann, ist Meghan. Das mag dazu beigetragen haben, dass die Königin sich schwertat mit der Frau ihres angeblichen Lieblingsenkels Harry. Doch ob er das noch war, nachdem er Meghan das erste Mal mit zu seiner Großmutter gebracht hatte, darf bezweifelt werden.Hugo Vickers, der mehr als ein Dutzend Bücher über das britische Königshaus geschrieben hat, spricht in seiner jüngsten Biographie („Queen Elizabeth II: A Personal History“) von einem Wendepunkt, als Harry Meghan Markle bei Hofe einführte. Nicht nur William soll demnach seinem Bruder geraten haben, es langsam mit der amerikanischen Schauspielerin angehen zu lassen, auch die Königin empfahl ihm, ein Jahr mit der Hochzeit zu warten. Was er nicht tat.Das Verhältnis von Großmutter und Enkel war zuletzt so gestört, dass sie nicht mehr allein mit ihm telefonieren wollte. „Wann immer Prinz Harry seine Großmutter anrief, bat sie ihre Hofdame, bei ihr zu bleiben. Das Leid, das die Sussexes der Königin in den letzten Jahren ihres Lebens bereiteten, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“, schreibt Vickers.Eine Belastung für die Königin: In ihrem Interview mit Oprah Winfrey (rechts) erheben Meghan und Harry im März 2021 schwere Vorwürfe gegen die Königsfamilie.VIA REUTERSBesonders belastet hat Elisabeth das Interview von Meghan und Harry mit Oprah Winfrey am 7. März 2021, obwohl Prinz Philip, damals 99 Jahre alt, genau in dieser Zeit krank in einer Klinik lag und am Herzen operiert werden musste. Die amerikanische Talkmasterin selbst hat sich nun erstmals verteidigt und darüber gesprochen, warum sie Aussagen des Herzogspaars von Sussex nicht stärker hinterfragt habe. Etwa die Behauptung Meghans, sie sei von der königlichen Familie „zum Schweigen gebracht“ worden.Sie wollte eine Win-win-Situation für beide SeitenWie immer habe sie gewollt, dass es für beide Seiten eine Win-win-Situation sei, so Oprah Winfrey. Dass Interview sollte wohl auch viel früher erscheinen, schließlich hatten sich Meghan und Harry schon mehr als ein Jahr zuvor aus dem arbeitenden Kreis der Königsfamilie verabschiedet und das Königreich verlassen. Ein Termin aber scheiterte an Oprah Winfrey, die damals 67 Jahre alte Moderatorin verließ wegen Corona kaum das Haus – und das 322 Tage lang.Der engste Kreis der britischen Königsfamilie hat sich unterdessen schon in den Sommerurlaub auf Schloss Balmoral in Schottland begeben. König und Königin, die Familie des Thronfolgers William, Sophie und Andrew, das Herzogspaar von Edinburgh, Prinzessin Anne mit ihrem Mann Sir Timothy Laurence, zudem werden ihre Kinder, Zara Tindall mit Mann Mike und Peter Phillips mit seiner neuen Frau Harriet Sperling, erwartet.Prinz William verweigert sich dem KiltAuch Meghan könnte erst kürzlich im schottischen Hochland gewesen sein, zumindest deuten das Fotos an, die sie auf ihrem Instagram-Konto veröffentlicht hat. In einem Sommerrückblick ist auch ein Bild zu sehen, das an dem schottischen See Loch Ossian entstanden sein soll, zudem gibt es ein Foto, das Harry und die Kinder Archie und Lilibet im Park von Althorp House zeigen. Das Anwesen rund zehn Kilometer nordwestlich von Northampton ist seit 1508 im Besitz der Adelsfamilie Spencer. Dort lebt der Bruder von Harrys Mutter, Charles Spencer, und im Garten befindet sich das Grab von Prinzessin Diana.Mit langer Tradition: Auch der älteste Sohn von Königin Victoria, der spätere Eduard VII., trug als Thronfolger gern und oft einen Kilt.Picture AllianceDer Urlaub in Schottland ist ein fester Bestandteil des königlichen Kalenders, und in Schottland geht es traditionell auch schottisch zu. Jeder Thronfolger der vergangenen 170 Jahre trug einen Kilt, König Charles III. zeigt sich genauso gern mit dem knielangen Rock wie schon sein Ururgroßvater Eduard VII. Der aktuelle Thronfolger William aber, der zwei schottische Titel trägt, Herzog von Rothesay und Lord of the Isles, verweigert sich dem Brauch, der auf Königin Victorias Mann Prinz Albert zurückgeht: Er entwarf 1857 den bekannten Balmoral-Tartan – ein grau-schwarz-rotes Muster, das bis heute eng mit der Königsfamilie verbunden ist.William aber sieht man bei offiziellen Anlässen stets im dunklen Anzug, einen Kilt trugen er und sein Bruder Harry zuletzt als Kinder. Warum William, der an der St.-Andrews-Universität in Schottland studiert und dort seine Frau Catherine kennengelernt hat, den Kilt nicht mag, bleibt sein Geheimnis.
Elisabeth II.: Pferde waren der Schlüssel zu ihrem Herzen
Nicht nur die britische Königin liebte Pferde: Bei der Reit-WM in Aachen treffen drei Prinzessinnen aufeinander, Oprah Winfrey spricht über Meghan, und Prinz William bricht mit einer Tradition. Unser royaler Wochenrückblick.







