Die Ankündigungen chinesischer Investitionen im Rahmen der Belt and Road Initiative (BRI) in Afrika sind im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 254 Prozent auf einen Rekordwert von 33,5 Milliarden US-Dollar gestiegen. Getrieben wurde dieser Anstieg vor allem von Megaprojekten in Äthiopien und Ägypten. Chinesische Unternehmen bevorzugen zunehmend Direktinvestitionen in Energie, Produktion und Verarbeitung gegenüber dem Modell staatlicher Kreditvergabe, das eine frühere Phase von Pekings wirtschaftlichem Engagement auf dem Kontinent geprägt hatte.
Afrika machte rund 67 Prozent aller weltweit angekündigten chinesischen BRI-Investitionen aus, wie das Green Finance & Development Center (GFDC) berichtet. Die Bedeutung dieser Zahl liegt jedoch weniger in der Größenordnung eines einzelnen Halbjahres als in dem, was sie über die sich verändernde Struktur der Beziehungen Chinas zu Afrika aussagt.
Während des ersten Jahrzehnts der BRI wurde Chinas Engagement vor allem mit Krediten chinesischer Politikbanken an afrikanische Regierungen verbunden. Diese beauftragten anschließend chinesische Staatsunternehmen mit dem Bau von Eisenbahnstrecken, Straßen, Häfen, Staudämmen und Kraftwerken. Das sich herausbildende neue Modell räumt Unternehmen eine wichtigere Rolle ein, die direkt in produktive Anlagen investieren und selbst einen größeren Teil des kommerziellen Risikos übernehmen.









