Der Sommer gibt noch einmal alles in Berlin. Die Wetterprognosen gehen von Temperaturen um die 36 Grad am Samstag aus. Besonders hart trifft die Hitze alte Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, ob in den eigenen vier Wänden oder im Heim. In der Hauptstadt sind das mehr als 210.000 Personen.Die klimatischen Bedingungen in den Pflegeeinrichtungen sind immer wieder Gegenstand der politischen Debatte, auch in diesem Sommer. So beklagte unlängst Katharina Dröge (Grüne), dass Pflegekräfte und alte Menschen in Senioreneinrichtungen massiv unter fehlenden Klimaanlagen leiden würden. Sie forderte ein Sofortprogramm.Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will Hitzeschutz sogar als Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz aufgenommen wissen, sieht aber die Länder und Kommunen bei der Umsetzung in der Pflicht. Der Bund habe aus dem Sondervermögen für Infrastruktur ausreichende finanzielle Mittel für die nächsten Jahre bereitgestellt.

Wachsender Bedarf, stagnierendes Angebot

Die Diskussion um fehlenden Hitzeschutz und die damit verbundenen Forderungen stehen beispielhaft für tiefgreifende Probleme der Altenpflege in Deutschland insgesamt. Prognosen zeichnen ein dramatisches Bild: Immer mehr Menschen werden auf Pflege angewiesen sein, immer weniger werden sich um sie kümmern können. Das System steuert auf einen Kollaps zu.„Die Pflegewelle kommt erst noch“, so formuliert es Isabell Halletz, Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP). Laut statistischem Bundesamt wurden 2024 mehr als sechs Millionen Hochbetagte im Alter jenseits der 80 in Deutschland registriert. 2045 werden es Berechnungen zufolge 8,6 Millionen sein, was einem Anstieg von 41 Prozent entspräche. „Wir steuern auf einen sehr großen Eisberg zu, dessen Spitze das eigentliche Ausmaß der Auswirkungen nur erahnen lässt“, sagt Halletz.