Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.Wichtige UpdatesWaldbrand im Saarland – vier Feuerwehrleute verletztRumänien schaltet AKW wegen des niedrigen Donau-Pegels abDürre führt zu deutlich kleinerer ErnteRKI: Bisher 12 500 hitzebedingte Todesfälle Umweltminister Schneider will Klimaanpassung im Grundgesetz verankern Ulrike PutzBis zu 38 Grad: Heiße Tage gehen weiterVor dem Wochenende ist in Deutschland vorerst keine Abkühlung in Sicht. Im Westen und Südwesten des Landes werden heute bis zu 38 Grad erwartet, wie es in der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) heißt. Etwas weniger heiß wird es mit bis zu 31 Grad im Nordosten und im südlichen Alpenvorland.Vielerorts scheint die Sonne. Nur vereinzelt ziehen Wolken auf. Regen wird nicht erwartet. In der Nacht auf Samstag kühlt es ab, die Temperaturen liegen demnach voraussichtlich bei 10 bis 21 Grad.Auch am Wochenende sind weiterhin Höchstwerte über 30 Grad möglich. Am Samstag liegen die Temperaturen der Prognose zufolge vielerorts bei 30 bis 38 Grad, nur im Nordwesten wird es mit mindestens 22 Grad etwas kühler. Zudem könnte es nass werden: Vom Westen bis in den Norden werden dichte Wolken sowie einzelne, teils kräftige Schauer und Gewitter erwartet.Lilly ZerbstNiedrigwasser: Ungarn staut für den AKW-Betrieb die Donau aufUm den Betrieb des Atomkraftwerks Paks aufrechtzuerhalten, staut Ungarn die für die Kühlung nötige, derzeit aber wasserarme Donau auf. „Wir haben mit dem Bau jener Sohlschwelle begonnen, die dauerhaft dazu beitragen wird, den Wasserstand der Donau anzuheben“, sagte Ministerpräsident Peter Magyar auf einer Pressekonferenz in Paks, 100 Kilometer südlich von Budapest.Ungarns einziges Kernkraftwerk läuft wegen des niedrigen Wasserstands der Donau derzeit mit nur zwei von acht Turbinen. Vor neun Tagen hatte das AKW Paks, das normalerweise für mindestens ein Drittel des ungarischen Stromverbrauchs aufkommt, knapp vor der Komplettabschaltung gestanden. Vor der Fertigstellung der Sohlschwelle sollen noch zwei jeweils 80 Meter lange, aneinandergereihte und quer zur Flussrichtung stehende Lastkähne kontrolliert versenkt werden, um einen ersten Staueffekt zu erzielen. Die Sohlschwelle, ein quer zur Fließrichtung in der Gewässersohle liegendes Bauwerk, soll aus rund 185 000 Kubikmetern Gestein aufgeschüttet werden.Wie Magyar am Donnerstag weiter sagte, seien Soldaten der ungarischen Armee 24 Stunden am Tag im Einsatz, um das Bauwerk zu errichten. Es soll in drei bis vier Wochen fertiggestellt sein. Die Donau soll auf diese Weise vor dem Kühlbereich des AKW Paks um 1,2 Meter angehoben werden. Die Kosten bezifferte der Regierungschef auf 6 Milliarden Forint (16,5 Millionen Euro). Lorenz ZeckDürre sorgt für Futtermangel bei BauernDas bayerische Landwirtschaftsministerium hat freiwillige Brachen – also Flächen, die in der Regel im Gegenzug für eine Förderung der Natur überlassen bleiben – zur Futtermittelgewinnung freigegeben. Insgesamt sei die Situation sehr belastend, heißt es vom Bauernverband. Beim Zukauf von Tierfutter komme – auch wegen des Niedrigwassers in den Flüssen – eine verteuerte Logistik hinzu.Bauern in Baden-Württemberg sind wegen des Futtermangels gezwungen, Tiere früher als geplant zu schlachten. Nach Angaben des Landesbauernverbands Baden-Württemberg steht den Landwirten aktuell 30 bis 40 Prozent weniger Futter zur Verfügung als sonst um diese Zeit.Lorenz ZeckAcht Hektar Wald im Sauerland verbrannt – Einsatz dauert anSeit Mittwoch bekämpft die Feuerwehr im Sauerland bei Sundern einen Waldbrand auf steilem und unwegsamem Gelände. Dort sei eine Fläche von rund 80 000 Quadratmetern verbrannt, berichtete ein Sprecher der Feuerwehr. Das Feuer sei inzwischen zwar unter Kontrolle, aber noch immer nicht gelöscht. Rund 100 Einsatzkräfte seien weiterhin vor Ort, um immer wieder aufflammende Glutnester zu löschen. Ein Ende der Arbeiten sei noch nicht absehbar.Das Feuer war am Mittwoch gegen 14.30 Uhr in einem steilen und schwer zugänglichen Bereich des Waldes ausgebrochen. Bis die Löscharbeiten beginnen konnten, habe die Fläche in voller Ausdehnung gebrannt, so der Sprecher. Die Feuerwehr holte unter anderem mit einem Löschhubschrauber seit gestern immer wieder Wasser vom nahen Sorpesee, um die Flammen zu ersticken. Große Forstgeräte schlugen Schneisen in den Wald, um ein Übergreifen zu verhindern, schilderte ein Sprecher der Feuerwehr.Städtebund: 800 Milliarden für Anpassung an Klimawandel notwendig Städte und Gemeinden brauchen dem Präsidenten des Städte- und Gemeindebundes, Ralph Spiegler, zufolge rund 800 Milliarden Euro zur Anpassung an den Klimawandel. „Wir brauchen Verbundsysteme, wir brauchen Wasserspeicher, wir brauchen Investitionen in die Struktur, aber eben auch klimaanpassende Maßnahmen“, sagte Spiegler am Donnerstag dem RBB. Priorität müsse die Sicherung des Trinkwassers haben. Die Mittel seien in den nächsten 20 Jahren notwendig.Spiegler begrüßte den Vorstoß von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) die Anpassung an die Klimaveränderung im Grundgesetz zu verankern. „Wir fordern das seit längerer Zeit, weil wir einfach in der Lage sind, dass wir finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen“, erklärte Spiegel mit Blick auf die Kommunen. Rumänien schaltet AKW wegen des niedrigen Donau-Pegels abWegen des zu niedrigen Wasserstands an der Donau schaltet Rumänien sein einziges Kernkraftwerk Cernavoda ganz ab. Wie das Energieministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax mitteilte, wird auch der zweite Reaktor heruntergefahren, nachdem Ende Juli bereits der erste Reaktorblock wegen mangelnden Kühlwassers abgeschaltet worden war. Das AKW liegt im Osten des Landes an einem Donau-Arm und produziert normalerweise 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs. Es bezieht sein gesamtes Kühlwasser aus dem Fluss.Schlimmstenfalls werde die Stromzufuhr für Großverbraucher aus der Industrie eingeschränkt, sagte Cristian Busoi, Staatssekretär im Energieministerium nach Angaben von Mediafax. Dies erlaubt eine erst kürzlich erlassene Regierungsverordnung. Für die Bevölkerung werde dies keine Folgen haben. Früheren Berichten zufolge verhandle Rumänien mit den Nachbarländern Ukraine und Bulgarien über Strom-Importe.Erst vor zehn Tagen hatte Rumänien versucht, durch die Sprengung eines Felsens in der Donau mehr Wasser nach Cernavoda zu leiten. An einer Gabelung zweier Donau-Arme, 50 Kilometer flussaufwärts nahe dem Ort Izvoarele hatte die Armee den Felsen detoniert, sodass mehr Wasser in den Donauarm floss, der Cernavoda versorgt. Geröll in vier Lastkähnen wurde zudem dann an einer anderen Stelle am Ufer versenkt, um den Wasserzufluss besser zu steuern. Danach stieg der Wasserstand bei Cernavoda geringfügig, sodass der Betrieb des zweiten Reaktors um einige Tage verlängert werden konnte, wie Verteidigungsminister Radu Miruță erklärte. Doch zur längerfristigen Versorgung des AKW mit Wasser reichte diese Operation nicht aus.Dürre führt zu deutlich kleinerer ErnteDie lange Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands trifft die Ernte in diesem Sommer hart. Seit Beginn der Dürreperiode Mitte Juni seien deshalb etwa drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren gegangen, teilte der Deutsche Raiffeisenverband mit. Er vertritt 1600 Genossenschaftsunternehmen im Agrarhandel und der Verarbeitung. Dies bedeute Einnahmeverluste von 600 Millionen Euro.Nach einer Schätzung erwartet der Verband eine kleinere Getreideernte von 40,6 Millionen Tonnen nach 45 Millionen Tonnen 2025. „Nur die günstige Witterung im Frühjahr hat größere Schäden verhindert“, sagte Experte Guido Seedler. Unterm Strich sei es eine noch ausreichende, unterdurchschnittliche Ernte. „Dennoch sind die Verluste auf der Zielgeraden für die ohnehin unter starken Kostensteigerungen leidende Landwirtschaft ein harter Schlag.“Steigende Verbraucherpreise etwa für Brot und Brötchen vor dem Hintergrund der Ernte erwartet der Verband nicht. „Der Anteil des Getreides am Endpreis von Backwaren liegt im niedrigen Cent-Bereich“, erläuterte Seedler. Für die Preise entscheidend seien vor allem Energie-, Lohn- und Bürokratiekosten.Mit Sorge sieht die Branche die Probleme wegen Niedrigwassers in mehreren Flüssen, da Binnenschiffe auch Getreide transportieren. Dass die Logistik funktioniere, sei ein entscheidender Faktor, erklärte der Raiffeisenverband. Für die Annahme von Getreide seien dank ausreichender Lagerkapazitäten keine akuten Probleme zu sehen. Anders sehe es beim anschließenden Weiterleiten, der Versorgung mit Futtermitteln und beim Transport von Düngemitteln aus.RKI: Bisher 12 500 hitzebedingte Todesfälle Hitzeperioden haben deutschlandweit in diesem Jahr nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu rund 12 500 Sterbefällen geführt. Das geht aus dem aktuellen RKI-Bericht zur hitzebedingten Mortalität hervor, der die Zeit vom 6. April bis 2. August betrachtet. Damit sind in diesem Jahr bisher deutlich mehr Menschen infolge von Hitze gestorben als sonst in ganzen Jahren.Besonders im Saarland und in Rheinland-Pfalz gab es in diesem Jahr verhältnismäßig viele Hitzetote. Pro 100 000 Einwohner starben dort 43,4 beziehungsweise 38,7 Menschen infolge der Hitze. Deutschlandweit liegt der Wert bei 15 pro 100 000 Einwohner. Auch Hessen (27,2) und Baden-Württemberg (23,9) sind überproportional betroffen.Hitze ist vor allem für ältere und alte Menschen gefährlich. Mit rund 6300 wurden die meisten Todesfälle in der Altersgruppe von 85 Jahren oder älter verzeichnet. Mehr als 3100 der Gestorbenen waren zwischen 75 und 84 Jahren alt, knapp 1900 zwischen 65 und 74 Jahren. Bei den Unter-65-Jährigen waren es rund 1200 Todesfälle.Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre wurden vor allem 2018 und 2019 viele Hitzetote verzeichnet: 2018 starben nach neuesten RKI-Angaben 9400 Menschen hitzebedingt, 2019 waren es 7700. Die Gesamtzahl der diesjährigen Hitzetoten könnte sogar noch höher als angegeben liegen: Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung.Lilly ZerbstNiedriger Rhein-Pegel: Spaziergänger findet qualmende PhosphorgranateAufgrund des Niedrigwassers kam eine Phospohorgranate am Rheinufer im Bereich Kornsand südlich von Wiesbaden zutage. Ein Mann habe die Granate gefunden und umgehend die Polizei verständigt, so ein Bericht des Polizeipräsidiums Südhessen. Demnach habe das Kampfmittel zu qualmen begonnen, weil der Phosphor durch die Freilegung mit dem Luftsauerstoff reagierte. Der Kampfmittelräumdienst konnte die Granate vor Ort unschädlich machen, heißt es weiter.Rhein kaum noch schiffbar – Verkehrsminister will wegen Niedrigwasser Flüsse ausbauenDer historisch niedrige Wasserstand des Rheins hat die Binnenschifffahrt auf Europas wichtigster Wasserstraße in weiten Teilen zum Erliegen gebracht. In der Bundesregierung werden derweil unterschiedliche Schlussfolgerungen aus dem Niedrigwasser gezogen: Während sich der Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für einen Ausbau der Wasserstraßen ausspricht, fordert das Umweltministerium mehr Renaturierung.„Wir brauchen einen Ausbau der Wasserstraße, um langfristig für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen“, sagte Verkehrsminister Bilger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zudem kündigte er an, sich in den Haushaltsberatungen für die volle Förderung von niedrigwassertauglichen Schiffen einzusetzen. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) lehnte eine reine Vertiefung von Flüssen hingegen ab. Stattdessen brauche es einen Rückbau begradigter Kanäle hin zu natürlichen Flusslandschaften, um das Wasser besser in der Fläche zu halten. Schneider warnte vor den massiven wirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel: „Jeder, der bisher behauptet hat, Klimaschutz schadet der Wirtschaft, erlebt heute, dass kein vorhandener Klimaschutz der Wirtschaft schadet.“ Lorenz ZeckNiedrigwasser: Bahn bietet Hilfe mit mehr Güterzügen anAngesichts der schwierigen Lage für Schiffstransporte wegen des Niedrigwassers in mehreren Flüssen bietet die Deutsche Bahn zusätzliche Unterstützung auf der Schiene an. Die Tochter DB Cargo könnte ad hoc rund 400 Güterwagen zusätzlich mobilisieren, wie deren Vorstandschef Bernhard Osburg nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einem Treffen im Bundesverkehrsministerium signalisierte. Ressortchef Steffen Bilger (CDU) beriet mit seinen Länderkollegen über die aktuelle Lage mit eingeschränktem Güterverkehr über die Flüsse. Ziel ist nach Angaben des Verkehrsministeriums, Lieferketten und Produktionsprozesse möglichst aufrechtzuerhalten und ein Ausweichen auf Straße und Schiene zu erleichtern. Bilger warb auch für einen weiteren Ausbau von Wasserstraßen als umweltfreundlichster Verkehrsträger.Lilly ZerbstWo in Deutschland gerade die Wälder brennenIn Deutschland stehen weiterhin Tausende Quadratmeter Wald in Flammen. Im niedersächsischen Lingen (Landkreis Emsland) sind rund 3000 Quadratmeter Wald abgebrannt. „Die Glutnester sind massiv“, sagte ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr. Das Löschen werde noch Stunden dauern, Landwirte helfen demnach mit Güllefässern bei der Wasserversorgung. Niemand sei verletzt. Das Feuer war am frühen Mittwochmorgen ausgebrochen. Die Einsatzkräfte dort haben den Brand nach eigenen Angaben unter Kontrolle und gehen nicht davon aus, dass sich das Feuer weiter ausbreitet.Unter Kontrolle ist derzeit auch ein Waldbrand bei Plauen im Vogtlandkreis in Sachsen. Die Stadtverwaltung meldete am Morgen Erfolge bei der Brandbekämpfung. Das Feuer im Gebiet „Schwarzes Holz“ hat eine Fläche von etwa sieben Hektar erfasst, die mit einer Hanglage und viel Unterholz sehr schwer zugänglich sind, wie die Verwaltung mitteilte. Die Löscharbeiten werden den Angaben zufolge voraussichtlich noch länger andauern.Im baden-württembergischen Ortenaukreis haben Feuerwehren stundenlang gegen gleich mehrere Waldbrände gekämpft. Dann gab es die vorsichtige Entwarnung: Zwei Brände in Steinach und Nordrach wurden demnach gelöscht, beim dritten in Zell am Harmersbach dauern die Nachlöscharbeiten an, wie ein Polizeisprecher am frühen Morgen sagte. Am Dienstagnachmittag waren zwei Brände nahe Biberach ausgebrochen, später ein dritter in Nordrach. Rund 16 Hektar Wald standen in Zell am Harmersbach in Flammen. Die Einsatzkräfte hätten die Lage im Griff, erklärte der Kreisbrandmeister in der Nacht. Laut einem Polizeisprecher gab es am Mittwochmorgen noch Glutnester, die Nachlöscharbeiten dauern an.Mehr ladenTickarooLive Blog Software