Noch am 26. Juli zeigte sich Ursula von der Leyen bei ihrem Besuch in Kiew voll Siegeszuversicht: Das Blatt habe sich gewendet, die Ukraine habe die Initiative zurückgewonnen. Russland sei in der Defensive. Als Ursache des vermeintlichen Umschwungs nach viereinhalb Jahren eines verheerenden Krieges gilt eine neue „Wunderwaffe“: Drohnen, die mithilfe der von Palantir & Co. bereitgestellten Künstlichen Intelligenz den Krieg tief ins russische Hinterland tragen und dort Ölraffinerien und andere kritische Infrastruktur präzise zerstören.

Die russische Wirtschaft – insbesondere der Energiesektor – ist laut dieser Lesart schwer angeschlagen, der von Russland begonnene Krieg in voller Wucht im eigenen Land angekommen. Auch auf dem Schlachtfeld habe die Ukraine mit autonom operierenden „Killerdrohnen“ erhebliche Erfolge erzielt. Diese könnten in einer Todeszone von mindestens 30 Kilometern Breite alles Leben automatisch erfassen und vernichten.

Technologie habe den Mangel an ukrainischen Soldaten somit mehr als ausgeglichen. Russische Soldaten zahlten einen hohen Blutzoll, ohne militärische Erfolge vorweisen zu können. Das müsse den Angreifer zermürben und Putin zwingen, anzuerkennen, dass er diesen Krieg verlieren werde.