Der baden-württembergische Landkreistag will die Software seiner Sozialämter vereinheitlichen. Was nach effizienter Verwaltung klingt, führt mitten hinein in alte Daten, kommunale Eigenwege und den Streit um die Kontrolle über digitale Infrastruktur.

Grundsicherung im Alter, Hilfe zur Pflege, Eingliederungshilfe, Hilfe zum Lebensunterhalt — in Freiburg gibt es für diese Leistungen inzwischen digitale Wege. Doch im Amt kommt der Onlineantrag nicht automatisch im richtigen Format und im richtigen System an. Bei Neuanträgen "müssen die Daten vom Sachbearbeitenden in das Fachverfahren eingetragen werden", bestätigt die Stadt. Die Schnittstellen der großen Programme, die in Baden-Württemberg genutzt werden, übernehmen aktuell "nur wenige Grunddaten". Eine automatische Übertragung wurde zwar getestet, doch sie ist teuer und braucht Fachleute, die sie betreuen.

Das ist kein Einzelfall. Viele Landkreise beschreiben die Lücke auf Kontext-Anfrage fast wortgleich, eine "durchgängig medienbruchfreie, vollständig digitale Antragstellung" sei noch nicht flächendeckend umgesetzt. Auch die Anbieter verweisen auf Grenzen, die nicht allein in ihrer Software liegen: Daten können nur dann automatisch übernommen werden, wenn Schnittstellen passen, Standards eingehalten werden und Behörden auf nötige Register zugreifen dürfen, etwa bei Einkommensdaten.