Jan Berghold findet: „Wir haben einiges richtig gemacht.“ Ob Bauanträge einreichen, Bewohnerparkausweise verlängern oder die Hundesteuer anmelden: 382 Verwaltungsdienstleistungen hatte Bergholds Arbeitgeberin, die Stadt Erlangen, zuletzt online – laut einer Übersicht des Digitalministeriums so viele wie kein anderes Rathaus im Freistaat. Dabei ist die von Berghold geleitete IT-Abteilung nach seinen Worten nicht mal recht groß. Dafür habe man von Anfang an „die Datenübernahme mitgedacht“ – also wie Anträge und Formulare, einmal im System, digital von Bürger zu Amt wandern und bearbeitet werden können. „Ende-zu-Ende-Digitalisierung“ heißt das in der Fachsprache.

Vor allem aber haben sie in Erlangen auf eine „starke individuelle Architektur“ gesetzt. Um die Dienstleistungen ins Netz zu bringen, habe man zwar auch bestehende, externe Software genutzt, sagt Berghold. Doch häufig hätten die Angebote zu wenig zu dem gepasst, was man benötigt habe. Also hätten sie IT-Lösungen oft selbst entwickelt.

Erlangen ist damit ein Vorbild – und trotzdem mittendrin in einem bayernweiten Dilemma. Weil eine digitale Verwaltung schnellere Verfahren statt langer Papierexzesse verheißt, haben viele Städte, Gemeinden und Landkreise eigene IT-Anwendungen implementiert. Die sind nun mit denen anderer Kommunen teilweise inkompatibel. Und die Lösung, die die Staatsregierung für das Problem entwickeln will, wirft selbst Fragen auf: Sie gibt es eigentlich schon.