Es klang fast etwas bedrohlich: „Dein Pixel kennt dich“, sagte Rick Osterloh, der für den Internetkonzern Google das Hardwaregeschäft verantwortet, jetzt bei der Vorstellung neuer Smartphones der Pixel-Reihe. Er wollte damit unterstreichen, was die Geräte dank integrierter Künstlicher Intelligenz alles zu leisten imstande seien. Sie arbeiten mit Googles KI-Modell Gemini, und Osterloh hob dies als zentrales Verkaufsargument hervor. Er sprach von einem „Game Changer“ und einem „Sprung nach vorne“.Gemessen an diesem Überschwang, schienen die konkreten Anwendungsbeispiele, die er nannte, aber nicht allzu spektakulär. Er beschrieb zum Beispiel, wie sich dank Gemini im Handy-Chat mit Freunden direkt Tische in Restaurants reservieren und Fahrdienste buchen lassen. Dinge, die sich heute ganz ohne KI ohnehin schon sehr schnell erledigen lassen, lassen sich nun also vielleicht noch ein bisschen beschleunigen. Das klingt eher inkrementell als nach einer Revolution.Realität reicht noch nicht an Versprechen heranVielleicht gibt es weitaus beeindruckendere Beispiele für den alltäglichen Einsatz von Googles KI-Software auf Handys. Aber auf der Veranstaltung drängte sich der Eindruck auf, dass die heutige Realität noch nicht annähernd an die vollmundigen KI-Verheißungen heranreicht, wie sie Google und auch andere Unternehmen regelmäßig machen.Es wird insofern umso spannender, was Apple bei seiner in wenigen Wochen erwarteten Vorstellung neuer iPhones zeigen wird. Womöglich werden hier die Geräte selbst stärker im Vordergrund stehen, und Apple wird wohl erstmals ein faltbares Smartphone enthüllen. Aber der Konzern dürfte auch über die neue KI-Version seines Assistenzprogramms Siri sprechen, die nach mehrjähriger Verzögerung demnächst endlich herauskommen soll. Wegen seiner Schwierigkeiten in der Entwicklung dieser Software hat sich Apple Schützenhilfe von Google geholt, und Siri wird nun maßgeblich auf Gemini basieren.Googles Bilanz mit KI-Modellen ist wechselhaft. Der Konzern hatte gegenüber Wettbewerbern wie Open AI und Anthropic längere Zeit erheblichen Rückstand, konnte dann aber aufholen. Aber zuletzt ist er wieder ins Straucheln geraten, eine schon für Juni angekündigte neue Version von Gemini hat sich verzögert und ist bis heute nicht verfügbar. Offenbar kommt Google nicht so schnell voran wie erhofft. Die Vorstellung der mit KI aufgerüsteten Pixel-Handys bestätigt dieses Bild.
Pixel-Handys von Google: Inkrementelle KI, statt „Game Changer"
Google stellt neue Pixel-Handys vor und beschreibt ihre KI-Fähigkeiten als „Game Changer“. Aber es entsteht der Eindruck, dass die heutige Realität nicht annähernd an die vollmundigen KI-Verheißungen heranreicht.














