Der Andrang auf den Teufelsberg zum Beobachten der partiellen Sonnenfinsternis war enorm. Das wirkliche Spektakel spielte sich aber nicht am Himmel ab.

Tausende Menschen drängten sich am Mittwochabend ins Freie, um das seltene Naturschauspiel zu beobachten

Achille Abboud/imago

„Hier, wollt ihr auch mal?“ Ein Mann reicht seine „Sofi“-Brille in einen Kreis junger Frauen. „Ja, unbedingt. Danke!“, ruft eine von ihnen aufgeregt. Sie haben keine Brille mehr ergattert, um die partielle Sonnenfinsternis aus 120 Metern Höhe vom Teufelsberg aus zu beobachten. Jetzt können sie also doch etwas von dem Naturschauspiel sehen, von dem die ganze Welt zu sprechen scheint. Das wahre Spektakel spielt sich jedoch unter der Sonne ab. Vor lauter Trubel vergisst man schnell, wieso man eigentlich hier ist.

Schon eine halbe Stunde vorher, auf der vergeblichen Suche nach einem freien Parkplatz am Fuße des Hügels, zeichnet sich ab, wie viele Menschen sich oben schon tummeln. Eine Mutter zieht einen mit Decken und Proviant voll bepackten Rollwagen hinter sich her, vorbei an streitenden Autofahrer*innen. „Sie können sich nicht ernsthaft so hinstellen, ich komme nicht vorbei!“, zetert ein Mittfünfziger aus einem Kombi. „Der kommt da locker durch“, sagt der von ihm adressierte junge Mann zu seinem Kumpel. Von lautem Hupen begleitet, machen sie sich auf, den Teufelsberg zu besteigen. Schließlich ist es schon 19.18 Uhr und die Sonne bereits zum Teil verdeckt.