Isabelle DanielWarum es in Deutschland schon wieder heiß wirdVerursacher der sich anbahnenden neuen Hitzewelle in Deutschland ist Hoch Ralf: Nach Aussage des Meteorologen Fabian Chow vom Deutschen Wetterdienst ist dessen Einfluss deutschlandweit spürbar. «Die Luftmassen sinken ab und dadurch bilden sich so gut wie keine Wolken», sagte Chow der Nachrichtenagentur dpa. Chow sprach von einer »recht kurzen Hitze«, die das Land in den kommenden Tagen erwarte: Bereits heute sei es verbreitet heiß und sonnig, im Südwesten würden Höchstwerte von 34 Grad erreicht. Lokal seien auch 37 Grad möglich. Morgen intensiviert sich laut DWD dann die Hitze: Im Westen und Südwesten werde Temperaturen von mehr als 35 erwartet, in der Spitze auf 38 Grad. Auch am Samstag sind demnach vom Oberrhein bis in die Lausitz in der Spitze bis 38 Grad wahrscheinlich. Ab Sonntag soll es dann abkühlen – auch wenn im Süden und Südosten teils noch mehr als 30 Grad erreicht werden könnten.Gebietsweise dürfte es laut Chow auch den vielerorts ersehnten Regen geben – große Unwetter würden aber nicht erwartet. »Obwohl die Luftmasse durchaus Unwetterpotenzial birgt, tendieren die derzeitigen Modellprognosen wohl nicht zu einer großflächigen Schwergewitterlage, sodass die Hitze ohne großen Knall endet.«Thordis SchreiberZug wegen Waldbrands evakuiert In Nordrhein-Westfalen sind Einsatzkräfte aufgrund kilometerlanger Brände entlang einer Bahnstrecke im Einsatz. Ein Zug mit rund 150 Reisenden musste auf freier Strecke nahe Düsseldorf halten und evakuiert werden, wie die Feuerwehren in Kaarst und Meerbusch mitteilten. Fahrgäste, die durch die Hitze unter Kreislaufbeschwerden litten, wurden von Rettungskräften versorgt. Die Weiterfahrt der Reisenden erfolgte mit Ersatzbussen. Alena KammerKosten für Anpassung an Klimawandel liegen bei 800 Milliarden EuroDamit Städte und Gemeinden trotz der Hitze lebenswert bleiben, müssen sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen. Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes, Ralph Spiegler, rechnet dafür mit Kosten von rund 800 Milliarden Euro. Das Geld werde in den nächsten 20 Jahren benötigt, sagte Spiegler dem rbb. Nötig seien unter anderem größere Wasserspeicher, Verbundsysteme und Investitionen in die Struktur. Priorität müsse die Sicherung des Trinkwassers haben, sagte er.Spiegler unterstützt den Vorschlag von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). Dieser hatte gefordert, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam für die Anpassung an steigende Temperaturen verantwortlich sein sollen. Der Bund solle dabei mehr Aufgaben übernehmen. Die neue Zuständigkeit solle außerdem im Grundgesetz festgeschrieben werden.Pia PackmohrAgrarverband erwartet geringere GetreideernteNach Brancheneinschätzung führt die lange Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands zu einer geringeren Getreideernte. Der Deutsche Raiffeisenverband erwarte nach einer Schätzung eine Getreideernte von 40,6 Millionen Tonnen. Im Jahr 2025 waren es 45 Millionen Tonnen Getreide. Der Deutsche Raiffeisenverband vertritt 1.600 Genossenschaftsunternehmen im Agrarhandel und der Verarbeitung. Seit Beginn der Dürreperiode Mitte Juni sind nach Angaben des Verbands durch die Trockenheit rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren gegangen.Unterm Strich sei es eine noch ausreichende, unterdurchschnittliche Ernte, sagte Experte Guido Seedler. Nur die günstige Witterung im Frühjahr habe größere Schäden verhindert.Thordis SchreiberBundesregierung: Niedrigwasser wird zum KonjunkturrisikoDer Bundesregierung zufolge wird die deutsche Konjunktur durch besonders niedrige Wasserstände auf vielen Flüssen ausgebremst. Für das laufende dritte Quartal ließen Frühindikatoren zwar eine positive Einschätzung für die weitere Entwicklung zu, hieß es im Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. »Das Risiko für temporäre, regionale Materialengpässe vor allem in der Mineralöl-, Chemie-, Bau- und Stahlindustrie« sei aber gestiegen. Obwohl viele Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Transportlogistik umgestellt hätten, sei vereinzelt ein deutlicher Anstieg der Transportkosten sichtbar, hieß es weiter.Alena KammerWas die Hitze mit der Psyche machtMit steigenden Temperaturen scheint auch die Gereiztheit vieler Menschen zuzunehmen: Autofahrer greifen häufiger zur Hupe, Fußballspieler begehen mehr Fouls und auch die Zahl bestimmter Straftaten steigt. Hohe Temperaturen wirken sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf das Verhalten aus. Mehr dazu lesen Sie hier:Thordis SchreiberLetzter Atomreaktor in Rumänien wird abgeschaltet Rumänien hat wegen des extremen Niedrigwassers der Donau mit der Abschaltung seines letzten noch laufenden Atomreaktors begonnen. Das teilte der staatliche Betreiber Nuclearelectrica mit. Der Prozess zur Trennung des Reaktors am Standort Cernavodă wurde demnach eingeleitet, nachdem bereits Ende Juli der erste der beiden Blöcke am Standort vom Netz genommen worden war. Für den gesamten August wurde der Energienotstand ausgerufen und ein 330-Megawatt-Braunkohlekraftwerk wieder in Betrieb genommen.Pia PackmohrSchneider fordert mehr Handlungsspielraum beim Hitzeschutz2026 hat laut dem Robert Koch-Institut einen Höchstwert bei hitzebedingten Sterbefällen verzeichnet. Der wöchentliche RKI-Bericht verzeichnet 12.500 Sterbefälle im Zusammenhang mit Hitze im Zeitraum vom 6. April bis 2. August. Zum Vergleich: die bislang höchste Zahl an Hitzetoten wurde 2018 registriert. Nach RKI-Angaben starben in diesem Jahr 9.400 Menschen hitzebedingt. Bundesumweltminister Carsten Schneider forderte im ARD-Morgenmagazin eine Grundgesetzänderung für mehr Handlungsspielraum des Bundes beim Hitzeschutz. Bei Maßnahmen gegen Hitze in Städten stoße er aktuell an rechtliche Grenzen.Mehr dazu lesen Sie hier:Isabelle DanielEuropaweiter Kampf gegen Hitze und DürreNicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern wird eine erneute Hitzewelle erwartet. Im Südwesten Deutschlands könnten die Temperaturen laut dem Deutschen Wetterdienst auf bis zu 37 Grad ansteigen. In Spanien wird es voraussichtlich noch heißer: Dort könnte es erneut mehr als 40 Grad heiß werden.Europaweit zeigen die Hitzewellen der vergangenen Wochen ökologische und ökonomische Folgen. Wegen des Niedrigwassers auf der Donau haben Ungarn und Rumänien den Betrieb ihrer Atomkraftwerke gedrosselt. Durch die Trockenheit steigt vielerorts zudem das Waldbrandrisiko.Die Auswirkungen der Hitze haben eine erneute Debatte über Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen ausgelöst. In diesem Blog halten wir Sie über alle Entwicklungen dazu auf dem Laufenden.TickarooLive Blog Software
Hitze in Europa: Rumänien fährt letzten Atomreaktor herunter
Wegen des Niedrigwassers in der Donau schaltet Rumänien sein AKW komplett ab. In Deutschland wird über eine Grundgesetzänderung zum Hitzeschutz diskutiert. Das Liveblog








