Der britische Rechtspopulist Farage hat sein Parlamentsmandat niedergelegt, damit seine Stammwähler ihn neu wählen. Zu Besuch in Südenglands Armenhaus.

D ie türkisfarbenen runden Schilder sind in Jaywick allgegenwärtig. Auf einer Seite sieht man Nigel Farage, der vor dem Hintergrund eines Riesenrads auf der Strandpromenade mit dem Finger in die Kamera zeigt, dazu die Parole „I Am With Nigel“. Auf der anderen Seite steht in großen Buchstaben: „I Am Voting Reform UK“. Einige Schilder sind sogar von Farage handsigniert.

Es geht an diesem Donnerstag um alles oder nichts für Nigel Farage, einen der bekanntesten britischen Politiker und Anführer der rechtspopulistischen Partei Reform UK. 2024 wurde er für den Wahlkreis Clacton an der südostenglischen Nordseeküste rund 100 Kilometer von London entfernt ins Parlament gewählt. Fast genau zwei Jahre später, am 8. Juli 2026, trat er als Abgeordneter zurück und löste damit eine Nachwahl aus, zu der er selbst wieder kandidiert.

Angesichts von immer neuen Presseenthüllungen über Geldgeschenke von dubiosen Geschäftsfreunden, die möglicherweise nicht korrekt deklariert worden sind, drohte ihm nämlich eine parlamentarische Untersuchung, die zu einer parlamentarischen Suspendierung und einer erzwungenen Nachwahl hätten führen können.