Was für ein Aufwand für so wenig Outcome, wie man heute so schön sagt. Da werden extra die Koryphäen der deutschen Gegenwartsdebatte ins ZDF eingeladen, die Transformationsforscherin Maja Göpel etwa und der Philosoph Philipp Hübl, aber allen bleibt nur ganz wenig Zeit für ein paar salbungsvolle Sätze, die wir in verschiedenen Abwandlungen schon etliche Male gehört haben. Allein, es ist zu spät dafür: Das Land steht kurz vor einem politischen Erdbeben, die AfD greift in zwei Landesparlamenten nach der Macht.

Früher nicht mit der Kneifzange angefasst

Nun kann man sagen: Nachdem wir uns alle nun seit mehreren Jahren politisch nur noch angiften und missverstehen, versucht der ÖRR wenigstens auf den letzten Drücker, noch etwas zu retten. Man kann aber auch sagen: Und wie fällt es mit der Selbstkritik aus, ZDF? Entstammen eure Redakteure nicht vornehmlich einem städtisch-akademischen Milieu, zumeist links oder grün wählend, das mit dafür verantwortlich ist, dass man sich inzwischen der Selbstzensur beim Sprechen unterwirft?

Und war es nicht euer Milieu, das diese Spaltung erst initiierte, weil es in jedem, der zur Migrations- oder dann später zur Corona-Maßnahmenpolitik die „falschen Fragen“ stellte oder die „falschen Ansichten“ äußerte, einen Rechten oder einen Nazi witterte? Und ist es nicht auch das ZDF, dem vom Beitragszahler immer wieder vorgeworfen wird, dass es gegen sein Ausgewogenheitsgebot verstößt und – sagen wir es mal salopp – zu viel Schlagseite in Richtung links hat?