CDU und Linke erleben in Mecklenburg-Vorpommern einen seltenen Moment der Einigkeit. Die beiden Parteien werfen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor, sie kurz vor der Landtagswahl am 20. September aus einer TV-Debatte ausgeladen zu haben. Schwesig habe darauf bestanden, nur gegen Leif-Erik Holm anzutreten, den Spitzenkandidaten der AfD – ohne die beiden anderen Parteien. Zunächst hatte die »taz« berichtet.
CDU-Kandidat Daniel Peters und Linkskandidatin Simone Oldenburg seien Anfang Juni zu einer Viererdebatte beim Sender RTL/n-tv eingeladen und nun wieder ausgeladen worden. Peters wirft Schwesig vor, den Wahlkampf auf einen Zweikampf zwischen SPD und AfD zuzuspitzen und damit »der AfD ganz bewusst großen medialen Raum« zu bieten.»Manuela Schwesig will nicht die Demokratie retten, Manuela Schwesig will Manuela Schwesig retten«, sagte Peters zur »taz«. Es sei eine »Strategie, mit der sie auch der AfD die Wähler in die Arme treibt«.
Daniel Peters
Die SPD bezeichnete die Anschuldigungen als falsch. Schwesigs Sprecherin Lilly Blaudszun erklärte, die Sender entschieden selbst über das Format ihrer Berichterstattung. »Frau Schwesig hat sowohl beim NDR als auch bei n-tv/Ostseewelle für ein Kandidatenduell zugesagt«, betonte Blaudszun. Bei dieser Formulierung blieb offen, für welche Art Kandidatenduell Schwesig eine Zusage gegeben hat.RTL teilte mit, bei der Planung für das Wahlformat seien unterschiedliche Konstellationen geprüft worden, zunächst auch eine größere Runde mit den Spitzenvertretern von SPD, AfD, CDU und Linken. Der Sender habe sich nach weiterer redaktioneller Abwägung wegen der aktuellen Umfragewerte für das Duell zwischen Holm und Schwesig entschieden. Politischen Druck habe es weder von der Landesregierung noch von der SPD gegeben.










