Die partielle Sonnenfinsternis hat in Deutschland begonnen. Der zumeist klare Himmel bietet ideale Voraussetzungen, um zu verfolgen, wie sich der Mond allmählich vor die Sonne schiebt. Der Start war astronomischen Berechnungen zufolge im äußersten Norden um 19.11 Uhr. Gegen 19.23 Uhr sollte es in München losgehen.„Das Anknabbern der Sonne beginnt am Rand rechts unten“, sagt Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternenfreunde. Dann bilde sich eine Sichel, die sich langsam drehe. „Wie genau das aussieht, ist aber von Standort zu Standort verschieden, sogar innerhalb Deutschlands.“Im Maximum wird die Sonne von Deutschland aus zu rund 85 bis 90 Prozent durch den Mond verdeckt. Dieser Höhepunkt des Himmelsschauspiels ist in der Zeit zwischen etwa 20.05 Uhr und 20.15 Uhr. Das Spektakel endet in ganz Deutschland mit dem Sonnenuntergang zwischen 20.30 Uhr und kurz nach 21.00 Uhr.„Wir sehen durchgehend nicht das Ende der Finsternis, sondern eine Sichel untergehen“, sagt Astronomin Liefke. Deswegen wirke es in Deutschland auch nicht so, als werde es dunkel und wieder hell.Sowohl die NASA als auch die europäische Raumfahrtagentur ESA übertragen die Sonnenfinsternis live aus Spanien. Die NASA hat ihr Hauptquartier in einem halb verlassenen Dorf in der Provinz Burgos aufgeschlagen. Die ESA streamt von 19.30 Uhr an live aus dem Observatorio Astrofísico de Javalambre in Teruel Teleskopbilder, Drohnenaufnahmen, dazu Interviews.Jetzt heißt es auch in Wiesbaden: Brillen auf!Die Ersten schauen in Wiesbaden schon neugierig durch die Teleskope der Sternwarte, die mit der selben Folie geschützt sind wie die Brillen. Bislang lassen sich nur die Flecken auf der Sonne beobachten. In ein paar Minuten soll es aber losgehen, die Wiese ist inzwischen mit hunderten Menschen gefüllt.Auch in der Hauptstadt ist das Interesse groß: Kurz vor der partiellen Sonnenfinsternis haben sich im Umkreis des Planetariums in Berlin-Prenzlauer Berg hunderte Menschen eingefunden. Die Polizei versuchte, die Menschenmasse zu koordinieren. Es seien „wahnsinnig viele Menschen zu dem Planetarium gekommen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Man wolle versuchen, die Massen „in geordnete Strukturen zu bekommen“. Es gehe um die „reine Gefahrenabwehr“, so der Sprecher.Das Zeiss-Großplanetarium hatte damit geworben, eine kostenfreie Sonnenfinsternisbrille zur Verfügung zu stellen. Aber nur „solange der Vorrat reicht“, so die Pressesprecherin der Stiftung Planetarium Berlin. Gegen 20.08 Uhr hat sich der Mond in Berlin zu etwa 85 Prozent vor die Sonne geschoben. Das ist die maximale Bedeckung, die in Berlin zu sehen ist. Gegen 20.37 Uhr endet das Schauspiel.Anaïs MuschterDiese beiden Feldberg-Besucher dürften die unangefochtene Premium-Version der Lochkamera gebaut haben: „Die Physik sagt, je länger der Weg, umso schärfer das Bild.“ Niki und sein Freund haben sich im Baumarkt mit dem passenden Equipment ausgestattet, um die Sonnenfinsternis auch ohne Schutzbrille in höchster Auflösung mitzuerleben. Jetzt kann der Mond kommen.Hunderte Menschen sind inzwischen hier. Der Parkplatz ist schon etwa eine Stunde vor der Sonnenfinsternis voll. Die Zufahrt oben am Berg sei gesperrt, sagte eine Polizeisprecherin am Abend. Sie riet den Menschen, die Sonnenfinsternis von anderen Orten unterhalb des Berges zu betrachten.Er hatte vermutlich die weiteste Anreise: Ed kommt aus Michigan – er besucht eigentlich Familie im Rhein-Main-Gebiet. Von der Sonnenfinsternis hat er erst vor Ort erfahren, berichtet er. Kaum zu glauben: Das T-Shirt habe er zufällig im Gepäck gehabt. 2017 sei er mit Familie extra acht Stunden nach Tennessee gefahren, um einen guten Blick auf die totale Sonnenfinsternis zu haben. „Ein einzigartiges Erlebnis“, sagt er.In Wiesbaden lässt sich das Spektakel am besten von der Anhöhe wenige Meter von der Sternwarte entfernt verfolgen. Viele haben Campingstühle, Picknickdecken und Snacks mitgebracht, auch die ein oder andere selbst gebastelte Lochkamera ist zusehen. Die Sternwarte hat ein paar Teleskope aufgestellt.Glück gehabt: Wer früh in der Schlange vor der Wiesbadener Sternwarte stand, konnte noch eine der begehrten Brillen ergattern. Schon nach zehn Minuten war die Hälfte des Bestands allerdings weg.Ihrer Zeit weit voraus: Vor genau 320 Jahren malte Maria Clara Eimmart eine Sonnenfinsternis auf der Nürnberger Burg. Dass die Zeichnung in der Berliner Staatsbibliothek wiederentdeckt wurde, ist ein kleines Wunder:Anaïs MuschterAuf dem Feldberg sind die Spots mit weichem Untergrund und dem besten Blick schon seit einer Stunde besetzt. Für eine gute Sicht macht man es sich nun auch schon in der zweiten Reihe gemütlich – so gut das eben geht. Wobei: Mit der richtigen Verpflegung sitzt es sich wohl überall bequem.Vor der Sternwarte Wiesbaden hat sich eine halbe Stunde vor Öffnung schon eine Schlange gebildet. Rund 60 Menschen in allen Altersstufen stehen an, auch die Parkplätze sind schon weg. „Kommt ja nicht so oft vor, so eine Sonnenfinsternis“, erklärt eine Frau lachend auf die Frage, warum sie schon so früh da ist. Viele in der Schlange hoffen nicht nur auf einen guten Platz, sondern auch auf eine Sonnenfinsternisbrille: Die Sternwarte soll einige der begehrten Brillen vorrätig haben.Island erlebt seine erste Sonnenfinsternis seit 1433 – in der Hauptstadt Reykjavík dürfte die Sicht allerdings durch Regen und Wolken verdorben werden. Dort wird die Sonne für etwa eine Minute vollständig abgedeckt sein, der Höhepunkt wird gegen 19.45 Uhr MESZ erwartet. Die Insel hat für das Spektakel eigene Beobachtungsstellen eingerichtet, im Westen des Landes sind Hotels nahezu ausgebucht. Anlässlich des Himmelsphänomens werden eigens hergestelltes Bier, Schokolade, T-Shirts und Hüte verkauft. Partielle Sonnenfinsternis hat bei Alaskas Küste begonnenDie Sonnenfinsternis, die am Abend auch in Deutschland zu sehen sein wird, ist gestartet. Die partielle Phase begann nach Astronomenberechnungen gegen 17.34 Uhr deutscher Zeit nahe der Pazifikküste Alaskas. Die partielle Sonnenfinsternis ist in weiteren Teilen der Welt zu sehen, beispielsweise auch in Teilen Nordamerikas und im Westen von Afrika. Die totale Sonnenfinsternis ist hingegen nur in bestimmten Teilen der Welt zu sehen. Sie startet im nördlichen Sibirien, wo die Sonne gerade noch als Mitternachtssonne über dem Horizont zu sehen ist. In Deutschland ist es dann etwa 19 Uhr. Der Kernschatten des Mondes zieht am Nordpol vorbei sowie über den Osten Grönlands und Westen Islands hinweg. Er erreicht Nordspanien, berührt einen Zipfel von Portugal und rast dann quer über die Iberische Halbinsel und über die Balearen. Die totale Finsternis endet kurz nach 20.30 Uhr im Mittelmeer. Anaïs MuschterSie harren in der Hitze aus: Die ersten hartgesottenen „Sofi“-Fans haben sich schon auf dem Feldberg im Taunus eingefunden und die besten Plätze mit Blickrichtung nach Westen reserviert. Jetzt ist erst mal Warten angesagt – gegen 19.20 Uhr wird im Raum Frankfurt die partielle Sonnenfinsternis beginnen, die maximale Verdunklung wird um 20.12 Uhr zu sehen sein.Mehr ladenTickarooLive Blog Software