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Arbeitszeit: Gewerkschaften und SPD kontern Angriff auf 35-Stunden-Woche Nicht nur Mercedes-Aufsichtsratschef Brudermüller fordert die Abschaffung der 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Vor der Tarifrunde im Herbst wächst die Nervosität bei den Sozialpartnern.

Montage einer wasserstoffbetriebenen Direktreduktionsanlage: In der Metall- und Elektroindustrie wird die 35-Stunden-Woche heiß diskutiert. Foto: Rolf Vennenbernd/dpaBerlin. Die Gewerkschaften weisen die Forderungen von Unternehmern und Managern nach der Abschaffung der 35-Stunden-Woche scharf zurück. „Wer die 35 Stunden angreift, will im Endeffekt nur Löhne kürzen, statt sich den unternehmerischen Herausforderungen zu stellen“, sagte Nadine Boguslawski, Tarifvorständin der IG Metall, dem Handelsblatt. „Ein Billiger-Wettbewerb ist keine nachhaltige Strategie.“Die Konjunktur krankt ihrer Auffassung nach nicht an zu kurzen Arbeitszeiten, sondern an zu wenig Kaufkraft der Beschäftigten sowie mangelnder Innovationskraft und Standorttreue der Unternehmen. „Längere Arbeitszeiten bei zu wenig Arbeit bedeuten nur mehr Arbeitslosigkeit. Wer das ernsthaft fordert, provoziert eine gewaltige Protestwelle der Beschäftigten“, drohte Boguslawski.Die Chefin der IG Metall in Baden-Württemberg, Barbara Resch, ergänzte: „Die 35-Stunden-Woche abzuschaffen wäre ein Rückschritt in die industriepolitische Steinzeit. Unser Standort ist stark, weil hohe Produktivität und gute Tarifbedingungen zusammengehören.“Eine Abkehr von der 35-Stunden-Woche hatte Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller im Handelsblatt-Interview gefordert – für dasselbe Gehalt. Der Unternehmer Nikolas Stihl legte nach: „In den guten Zeiten konnte sich Deutschland die 35-Stunden-Woche leisten. Aktuell können wir das nicht mehr. Die Sozialpartner sollten sich hier ihrer Verantwortung bewusst werden und über das Thema sprechen“, sagte der Aufsichtsratschef des Forst- und Gartengeräteherstellers Stihl der Deutschen Presseagentur.Die Debatte um die 35-Stunden-Woche ist aktuell deshalb brisant, weil im Herbst die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie ansteht, die angesichts der desolaten Lage in weiten Teilen der Branche enorm schwierig werden dürfte. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt