Ivy ist 17 und viel zu cool, um sich mit fremden Jugendlichen in einem Sommercamp zu vergnügen. Die Eltern wünschen ihr den Spaß mit Gleichaltrigen von Herzen, wünschen ihr ein normales Leben, ein Umfeld, in dem sie nicht angestarrt wird als „die mit dem Krebs“. Doch Ivy, die gerade durch ist mit der Chemotherapie, will von der Krankheit nichts mehr wissen. Sie erwartet kranke, schwache Gestalten. Sie findet Freundschaften von einer Innigkeit, wie sie nur in der Jugend möglich sind.Der Film „Sunny Dancer“, der zur Berlinale im Wettbewerb von Generation seine hiesige Premiere hatte, kommt nun glücklicherweise regulär ins Kino. So, wie hier eine Gemeinschaft von Teenagern in einem Schutzraum der Freiheit gezeigt wird, entstehen Bilder voll strahlender Lebensfreude und unbändigem Humor. Selten wird so echt vom Jungsein erzählt, von Vorbildern, von der Distanz und Liebe zu den Eltern, von Unsicherheit und Mut.
Über Krebs sprechen
Hinzu kommt tiefer Schmerz. „Sunny Dancer“ verbindet eine klassische Coming-of-Age-Geschichte mit der Krankheit, die so viele Menschen einfach nur verstummen lässt. Er macht es möglich, ohne Scheu von Krebs zu reden, Fragen zu stellen. Da gibt es nicht viele Beispiele dafür, die Serie „Club der roten Bänder“, die zwischen 2015 und 2017 bei Vox lief, ist zu nennen. Und natürlich die Verfilmung von John Greens Roman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, 2014.






