Nach der Havarie eines Tankers hat sich der Ölteppich im Arabischen Meer in den vergangenen Tagen offenbar drastisch vergrößert. Umweltschutzorganisationen warnen vor einer der schlimmsten Ölpest-Vorfälle seit Jahren. In den vergangenen Tagen breitete sich das Rohöl laut Satellitenbildern rasch aus. Wie die Schifffahrtsbehörde der Vereinten Nationen der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, hat der Ölteppich inzwischen das Festland erreicht. »Notfallpläne für die Ölkatastrophe sind in Kraft«, erklärte ein Sprecher.

Der Tanker »Caroline Bezengi« hatte schätzungsweise 800.000 Barrel russisches Rohöl geladen hatte und war im Juni vor den omanischen Churiya-Muriya-Inseln auf Grund gelaufen. Die Inseln sind Teil eines marinen Naturschutzgebiets, in dem gefährdete Schildkröten, Buckelwale und Korallenriffe leben.Schnelle AusbreitungNoch am Montag hatte Oman mitgeteilt, sich die Ölschicht erstrecke über fast 400 Quadratkilometer. Man habe Ölsperren eingesetzt, um die Ausbreitung einzudämmen. Bereits Anfang August hatte dagegen die Umweltschutzorganisation Greenpeace den Ölteppich auf rund 600 Quadratkilometer Fläche geschätzt.

Inzwischen gehen Umweltbehörden und Spezialisten für Ölunfälle von einem Vielfachen dieser Größe aus. Derzeit erstrecke sich die Ölpest über eine Fläche von mehr als 2000 Quadratkilometern, sagt John Amos, Chef der gemeinnützigen Umweltschutzorganisation Sky Truth, nach der Auswertung von Satellitenbildern.Die »Caroline Bezengi« war im April aus dem Hafen von Noworossijsk am Schwarzen Meer ausgelaufen. Nach Angaben von Schifffahrtskreisen kam es an Bord zu einer Explosion. Bislang bekannte sich keine Partei zu einem Angriff.