PfadnavigationHomeWissenschaftSatellitenbilder veröffentlicht„Drastischer Anstieg“ – Ölpest vor Oman weitet sich um 650 Prozent ausStand: 09:24 UhrLesedauer: 2 MinutenEin Foto der Europäischen Weltraumorganisation zeigt Öl, das aus einem auf Grund gelaufenen Tanker vor der Küste des Oman austrittQuelle: European Space Agency via APEin auf Grund gelaufener Tanker verliert immer mehr Öl – der Teppich wächst laut Greenpeace auf ein Vielfaches. Umweltschützer warnen vor einer Katastrophe für Wale und Sturmvögel.Ein Ölaustritt aus einem seit Wochen vor der Küste Omans auf Grund sitzenden Tanker weitet sich nach Einschätzung von Experten anhand von Satellitenbildern deutlich aus. Das berichtete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf ausgewertete Aufnahmen. Greenpeace Deutschland teilte am Montag mit, Satellitenbilder vom Vortag zeigten einen inzwischen rund 150 Quadratkilometer großen Ölteppich. Betroffen seien große Teile der Insel Kiblijah vor der Küste der omanischen Provinz Dhofar.Im Vergleich zu den Aufnahmen von vor einer Woche sei dies „ein drastischer Anstieg“, sagte Nina Noelle von Greenpeace. Damals war die betroffene Fläche noch auf rund 20 Quadratkilometer geschätzt worden. Das entspricht einem Anstieg von 650 Prozent. Warum sich das Leck vergrößert habe, sei unklar.Die Aufnahmen vom Sonntag zeigen einen Ölfilm, der sich von dem auf Grund sitzenden Suezmax-Tanker „Caroline Bezengi“ nordöstlich ausbreitet. Das Schiff steht auf der britischen Sanktionsliste, weil es russisches Öl transportiert haben soll.Lesen Sie auchDas betroffene Gebiet gehört zu einem Meeresschutzgebiet in der Arabischen See und ist Lebensraum unter anderem für gefährdete Sturmvögel und den seltenen Arabischen Buckelwal.Der Umweltexperte Wim Zwijnenburg von der niederländischen Organisation Pax erklärte, der Ölfilm sei inzwischen etwa 90 Kilometer lang und damit fast doppelt so lang wie vor einer Woche. Nach seiner Schätzung hatte der Tanker mehr als 800.000 Barrel Rohöl geladen.Lesen Sie auchNach Angaben zweier Fachmedien aus der Schifffahrtsbranche sitzt der Tanker seit Juni auf Grund. Die Besatzung habe damals eine Explosion an Bord gemeldet. AP konnte diese Berichte nicht unabhängig überprüfen. Wohin das Schiff unterwegs war, ist unklar.Lesen Sie auchNach Angaben der omanischen Zeitung „Muscat Daily“ hatte das Verkehrsministerium die Eigner angewiesen, Schiff und Ladung bis zum 23. Juli zu entfernen. Ob sie darauf reagiert haben, ist bislang unklar.Lesen Sie auchJohn Amos, Leiter der Umweltorganisation SkyTruth, sagte, der Ölteppich scheine sich weiter zu verschlimmern. Der Ölfilm habe sich in den vergangenen Tagen dunkler verfärbt, was darauf hindeute, dass inzwischen schwereres Öl austrete – möglicherweise aus einem beschädigten Treibstofftank.„Hier droht mitten in einem sogenannten Meeresschutzgebiet eine Umweltkatastrophe, um die sich offenbar niemand kümmert“, sagte Amos.AP/doli