Jede Partei macht sich die Brandmauer auf ihre Weise dienstbar. Grünen, Linkspartei und SPD dient sie nicht nur zur Pflege ihrer politischen Moral, sondern auch zur Dressur der CDU. Das sichert ihnen deren Abhängigkeit und eigene Mitwirkung.Der AfD kann es nur recht sein, dass sie die Brandmauer vor dieser Mitwirkung schützt. Sie muss keine Verantwortung übernehmen, ja, soll und darf es gar nicht. Was könnte es Schöneres geben für eine populistische Partei? Weil die Brandmauer auch medial gepflegt wurde, war die AfD außerdem gezwungen, sich eine eigene Öffentlichkeit aufzubauen.Das BSW bricht das AfD-TabuDas BSW ist die erste Partei, die – man weiß nicht, von welcher Seite – die Brandmauer durchbricht. In Sachsen-Anhalt hat sie daraus eine Strategie gemacht: Je mehr die Partei Sahra Wagenknechts mit dem AfD-Tabu bricht, desto größer die Aufmerksamkeit, desto mehr Stimmen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, die Fünfprozenthürde zu überspringen.Die AfD hat die Gefahr, die ihr damit droht, sogleich erkannt. Denn eine Partei, die sich nicht an die Brandmauer hält, bricht in ihr Gehege ein und könnte sie Stimmen kosten. Das BSW ist fast wie die AfD, nur ohne völkischen Boden. Das wählt sich für manchen leichter.Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD, hat das Angebot des BSW, ihn bei der Wahl zum Ministerpräsidenten zu unterstützen (durch Enthaltung), deshalb abgelehnt. Er will die absolute Mehrheit, mit anderen Worten: Wer ihn will, muss ihn wählen. Das kann am Tag nach der Landtagswahl ganz anders aussehen. Springt das BSW über die Hürde, kommt Siegmund ganz sicher auf das Angebot zurück.
BSW und AfD: Mit der Brandmauer auf Stimmenfang
Sahra Wagenknecht beutet die Brandmauer auf ihre Weise aus. Sie zu durchbrechen, bedeutet Aufmerksamkeit und damit Wählerstimmen.








