In der demokratischen Auseinandersetzung mit der AfD herrscht Angst, zu viel Angst. Die viele Angst hat damit zu tun, dass alle Versuche, die Rechts-außen-Partei wieder klein oder jedenfalls kleiner zu kriegen, gescheitert sind; im Gegenteil: Sie wird größer und größer. In Sachsen-Anhalt kommt sie in den Umfragen auf mehr als vierzig Prozent der Stimmen; im September ist dort Landtagswahl, und die AfD steht vor der Tür zur nächsten Landesregierung. Die Hochkonjunktur der AfD ist aber nicht nur ein regionales Phänomen: Beim ARD-Deutschlandtrend liegt sie auf Platz eins; sie ist die beliebteste Partei bundesweit. Für viele ihrer Sympathisanten verkörpert die AfD das, was sie bei den demokratischen Parteien vermissen: Mut, Selbstbewusstsein, Souveränität – auch eine Portion Ungeniertheit, Frechheit, Coolness. Die demokratischen Parteien vermitteln das nicht.