Es muss erst etwas passieren, bevor man schlauer wird. So war es schon bei der unsinkbaren „Titanic“, und so war es auch beim Berliner Stromnetz. Als Unbekannte am 3. Januar einen Anschlag auf das Berliner Stromnetz verübten, hatten sie relativ leichtes Spiel. Sie überwanden den Zaun zu der Rohrbrücke, die vom Heizkraftwerk Lichterfelde über den Teltowkanal führt. Dann zündeten sie mehrere Brandsätze. Es folgte ein Kurzschluss, und plötzlich waren mehr als hunderttausend Haushalte ohne Strom – die meisten bis zu fünf Tage lang, und das bei strengem Frost. Zu der Tat bekannten sich Linksextremisten.Bereits im September 2025 hatte es einen Brandanschlag auf zwei nebeneinanderstehende Hochspannungsmasten in Johannisthal gegeben, zu dem sich Linksextremisten bekannten. 50.000 Haushalte und etliche Gewerbebetriebe saßen teils mehrere Tage im Dunkeln. Nach den beiden Anschlägen verkündeten Berlins Politiker, das Stromnetz sicherer zu machen. Es misst insgesamt 36.800 Kilometer und ist damit fast so lang wie der Äquator.
99 Prozent der Leitungen verlaufen unterirdisch. Nach dem Anschlag im Januar unternahmen Redakteure der Berliner Zeitung eine Exkursion zu dem gefährdeten einen Prozent, um zu schauen, wie gut die Anlagen geschützt sind. Das Ergebnis war erschreckend: keine Kameras, keine Scheinwerfer, kein Wachschutz, nur einfache Schließzylinder an den Türen.








