Zehntausende Berliner Haushalte saßen tagelang im Dunkeln, Unternehmen mussten ihren Betrieb unterbrechen: Der Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar hat gezeigt, wie verwundbar die kritische Infrastruktur der Hauptstadt ist. Nun sorgt ausgerechnet ein neuer Gesetzentwurf der Bundesregierung für zusätzliche Sicherheitsbedenken.Mit dem am Mittwoch beschlossenen Entwurf des Netzanschlusspakets sollen Betreiber künftig auf digitalen Karten offenlegen, wo ihre Netze noch freie Anschlusskapazitäten besitzen. Das soll Batteriespeicher, Rechenzentren und Anlagen für erneuerbare Energien schneller ans Netz bringen. Doch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Netzbetreiber warnen laut einem Bericht der Energieplattform Montel News: Die Angaben könnten Angreifern helfen, Netzbereiche mit geringen Reserven oder besonders wichtige Abschnitte zu identifizieren. Ist die Sorge berechtigt?
Das plant die Bundesregierung mit dem neuen Netzpaket
Mit dem Netzanschlusspaket will die Bundesregierung neue Anlagen und den Ausbau der Stromnetze besser aufeinander abstimmen. Batteriespeicher, Wind- und Solarparks, Rechenzentren sowie Industrie- und Ladeanlagen konkurrieren zunehmend um knappe Anschlusskapazitäten. Zugleich entstehen neue Anlagen teilweise in Regionen, deren Netze den produzierten Strom nicht vollständig aufnehmen können.






