Das Ende des Tankrabatts und der Iran-Krieg haben die Inflation in Deutschland im Juli deutlich nach oben getrieben. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 2,8 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 2,3 Prozent im Juni, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch eine frühere Schätzung bestätigte.„Vor allem die Preise für Kraftstoffe sind gegenüber dem Vormonat spürbar gestiegen, da gleichzeitig zum Ölpreisanstieg infolge des anhaltenden Iran-Krieges der staatliche Tankrabatt am 30. Juni endete“, sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamts, Ruth Brand. Diesel verteuert sich derzeit besonders stark, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Ein Liter Diesel kostete am Dienstag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,20 Euro. Das waren 3,8 Cent mehr als noch am Sonntag. Ein Liter E10 kostete 2,12 Euro und damit drei Cent mehr als am Sonntag. Auch am Mittwoch deuten die ersten Zahlen auf kräftig weiter steigende Preise hin. Um 8.00 Uhr morgens war Diesel im bundesweiten Durchschnitt um 5,7 Cent teurer als einen Tag zuvor zur selben Uhrzeit, der Kraftstoff E10 legte um 2,6 Cent zu.Dürre könnte Preise weiter nach oben treibenDarüber hinaus sorgt das anhaltende Rekord-Niedrigwasser am Rhein für neue Inflationsgefahr. „Die deutsche Inflationsrate könnte dadurch temporär um bis zu einem halben Prozentpunkt ansteigen“, sagte Ökonom Felix Schmidt von der Berenberg-Bank. Der Grund: Lieferengpässe und damit verbundene Knappheiten könnten viele Produkte verteuern.Die Kosten für Energie stiegen verglichen mit dem Vorjahresmonat im Juli um 8,3 Prozent, nach 3,4 Prozent im Juni, so das Statistische Bundesamt. „Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit zentraler Preistreiber“, sagte Statistikamtspräsidentin Brand. Kraftstoffe verteuerten sich um 23 Prozent und damit deutlich stärker als in den beiden Vormonaten, im Juni betrug das Plus 11,3 Prozent. Leichtes Heizöl kostete vergangenen Monat sogar 34,7 Prozent mehr.Nahrungsmittelpreise sinken zum TeilGedämpft wurde die Inflation von weitgehend stabilen Preisen für Nahrungsmittel. Diese kosteten durchschnittlich 0,4 Prozent mehr als im Juli 2025. Günstiger wurden etwa Butter (minus 30,1 Prozent) und Molkereiprodukte (minus 5,9 Prozent), während Fleisch und Fleischwaren (plus 1,9 Prozent) sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (plus 4,0 Prozent) mehr kosteten. Für Dienstleistungen wurden 2,9 Prozent mehr verlangt. Pauschalreisen (plus 5,6 Prozent) sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 4,7 Prozent) verteuerten sich überdurchschnittlich.EZB denkt über Leitzinserhöhung nachSteigt die Inflation zu stark an, müsste die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins anheben. Bei ihrem letzten Treffen beließen die Notenbanker den Einlagensatz unverändert bei 2,25 Prozent – im Juni hatte die EZB erstmals seit drei Jahren den Leitzins angehoben.„Wie in den Vormonaten deuten auch die Juli-Zahlen nicht darauf hin, dass der Energieschock einen breiteren Preisauftrieb in der Wirtschaft auslöst“, sagte Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. „Es ist daher zu hoffen, dass die EZB ihre jüngst etwas besonnenere Tonart beibehält, statt die Märkte in der Erwartung weiterer Zinserhöhungen zu bestärken“, sagte Tober. Zinserhöhungen seien ein stumpfes Instrument gegen Preisschocks.
Inflation in Deutschland für Juli 2026 bei 2,8 Prozent: Welche Preise besonders steigen
Im Juli steigen die Preise in Deutschland um 2,8 Prozent, vor allem durch höhere Energie- und Kraftstoffkosten. Der Wegfall des Tankrabatts und der Iran-Krieg treiben die Inflation an. Lebensmittelpreise bleiben weitgehend stabil.











