Auch 17 Tage nach dem islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin sind viele Fragen offen. Etwa die Frage, warum sich der öffentliche Fokus fast vollständig auf das Auto richtet, mit dem der Täter im Tiergarten in Menschengruppen gefahren war. Denn viele Menschen wurden durch Messerstiche in den Oberkörper zum Teil erheblich beziehungsweise lebensgefährlich verletzt.Nach offiziellen Angaben wurden bei dem Anschlag eine 65-jährige Frau aus Polen getötet und 31 weitere Personen verletzt. Wie viele von ihnen Stichverletzungen erlitten haben, das könne man nicht sagen, sagt eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe. Nach ihren Worten geht es bei den Ermittlungen darum, herauszufinden, ob der 21-jährige Attentäter Abdul Ballout allein handelte oder ob er Hintermänner hatte, beziehungsweise in ein Netzwerk eingebunden war. Die Bundesanwaltschaft, so teilte der RBB am Dienstagabend mit, hat seine Ermittlungen zu Abdul Ballout jetzt „formal eingestellt“. Die Ermittlungen gegen mögliche Hintermänner sollen allerdings immer noch andauern.
Ein neues Licht auf das Geschehen wirft jetzt ein Film des Youtubers Checkarell. Michael Pfleging, wie der Journalist mit bürgerlichem Namen heißt, schildert, wie er sich inmitten der feiernden Menge auf der Straße des 17. Juni, Ecke Yitzhak-Rabin-Straße aufhielt, als plötzlich jemand bei der Polizei um Hilfe rief. Plötzlich seien Polizisten mit Gewehren in den Tiergarten gelaufen, Richtung Platz mit der Skulptur „Amazone mit Pferd“.„Ich habe das alles nur mitbekommen, weil ich Polizisten gesehen habe, die in den Park gerannt sind. Ich dachte, das sind coole Schnittbilder, hinterher!“, sagt er in dem Video, das er aufnahm. „Und auf einmal lagen da auf der Wiese fünf abgestochene Menschen. Eine ganz junge Frau, die lag da leblos.“ Ein Mann habe dagesessen und sich die Hand an die Brust gehalten.






