Der Christopher Street Day in Berlin ist abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung im Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren ist. Mindestens eine Frau wurde getötet, 16 weitere Menschen wurden verletzt - mehrere davon lebensbedrohlich.Was wir wissenHunderttausende Menschen feierten am Samstag in Berlin den Christopher Street Day, ein Fest gegen Diskriminierung von Homosexuellen, Transgender und queeren Menschen. Kurz vor 22 Uhr wurde die Feier plötzlich abgebrochen. Nach Angaben der Polizei kam es im Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz zu einem größeren Polizeieinsatz.Wie ein Polizeisprecher berichtete, war ein weißer Wagen über den Ahornsteig parallel zur Lennéstraße gefahren und fuhr mehrere Menschen an oder um, bevor er einen Baum rammte.Eine Frau starb noch vor Ort an ihren Verletzungen. Laut Feuerwehr wurden 16 Menschen verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich, acht schwer. Zudem gebe es fünf leicht verletzte Menschen. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden.Über den Fahrer des Wagen sagt die Polizei, dass dieser das Auto verlassen habe und geflohen sei. „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. In der Nacht teilte die Polizei mit, sie habe einen mutmaßlichen Tatverdächtigen identifiziert. „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, sagte Polizeisprecher Nath.Die Polizei sucht öffentlich mit einem Foto nach dem mutmaßlichen Tatverdächtigen. Es handelt sich um den 21 Jahre alten Abdul B. Der Mann sei möglicherweise bewaffnet und gefährlich, hieß es. Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin ermitteln „aufgrund des Verdachts eines Anschlags“. Nach dpa-Informationen wurde der Verdächtige erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.Die Berliner Polizei hat ein Fahndungsfoto veröffentlicht. Polizei Berlin/Polizei Berlin/dpaDie Behörden warnten vor dem Verdächtigen: „Sollten Sie den Tatverdächtigen antreffen, wählen Sie unverzüglich die 110! Sprechen Sie ihn nicht an, er ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!“ Der Verdächtige wird als schlank und etwa 1,90 Meter groß beschrieben. Er trage einen schwarzen Hoodie und eine weiße Hose.Die Polizei prüft, ob es nach der Fahrt eine „zweite Tatphase“ gab, während der Personen mit einer Stichwaffe verletzt wurden. Zeugen hätten von am Boden liegenden Opfern mit Stichverletzungen berichtet, sagte Nath.Was wir nicht wissenDer genaue Ablauf des Geschehens und die exakten Hintergründe der Tat inklusive des Motivs waren am Sonntagmorgen noch unklar.Offen ist auch, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen gibt. Laut Polizei machten Zeugen unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gibt.Ob eine Stichwaffe zum Einsatz kam, wird laut der Polizei geprüft, ist bislang aber nicht bestätigt.