„I ♥ New York“, eine Stofftasche mit endlosem „Paris“-Print in glitzernden Lettern oder eine Cap mit geschwungenem „Ciao Bella“-Schriftzug: Was einst als kitschiges Andenken oder als nett gemeintes Mitbringsel im Kleiderschrank verstaubte, sieht man seit einer Weile an jener Gruppe kultureller Meinungsmacher, die an den Spätis in Berlin-Mitte Trends setzen: den Cool Kids.Ein weiteres Indiz, dass der Souvenir-Trend es bald in den Mainstream schaffen dürfte: Auch auf den roten Teppichen dieser Welt ist der Touri-Style angekommen. So trug etwa Moderatorin Amelia Dimoldenberg bei der „Der Teufel trägt Prada 2“-Premiere im April das Shirt, das New York ihre Liebe aussprach.Jahrelang galt der Touri-Style als der modische Fauxpas schlechthin – nun also wird proaktiv damit umgegangen. Wobei es gar nicht zwingend darum geht, jemals an dem Ort gewesen zu sein, den man da textil bewirbt. Es geht um den Look.

Wie das „I ♥ NY“-Shirt zum Kulturphänomen wurde

Um die allgegenwärtige Urlaubsstimmung in Kleidungsform nachzuvollziehen, muss man an ihren Ursprung, nach New York. Dort beginnt im Jahr 1977 die Geschichte des wohl berühmtesten Touri-Shirts. Der Grafikdesigner Milton Glaser entwarf das ikonische „I ♥ NY“-Logo im Auftrag einer Werbekampagne des Bundesstaates New York, die den Tourismus ankurbeln sollte. Glaser soll das Design auf einem Briefumschlag in einem Taxi skizziert haben, so besagt es die Legende.