Hinter jeder Zahl stehe ein Kind, sagte Allara Ali, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Somalia. »Was wir hier sehen, geht weit über die Schwelle einer extremen Notsituation hinaus. Trotzdem reduzieren Geldgeber ihre Unterstützung für Somalia«, kritisierte sie. Laut der Hilfsorganisation sind die Mittel zur Bekämpfung von Unterernährung in Teilen Somalias in diesem Jahr um mehr als 80 Prozent zurückgegangen.
Die USA etwa hätten ihre Unterstützung für Hilfsorganisationen in Somalia von 70 Millionen Dollar im vergangenen Jahr auf null in diesem Jahr gekürzt , sagte Mitchell Sangma, Gesundheitsberater von Ärzte ohne Grenzen. Dadurch können die Hilfsorganisationen angesichts des steigenden Bedarfs nur noch mit Mühe reagieren.Die aufgenommenen Fälle von Mangelernährung seien im Vorjahresvergleich wiederum um 80 Prozent gestiegen, sagte Sangma. »Gerade jetzt, wo wir eine massive Ausweitung der Hilfsmaßnahmen benötigen, stellen wir fest, dass das Interesse der Geldgeber an einer Unterstützung nachlässt«, sagte der Gesundheitsberater.
Dürre zwingt Menschen zur FluchtAusbleibende Regenfälle und Dürre zwingen in Somalia immer mehr Menschen zur Flucht. Nach Angaben der Vereinten Nationen verließen von Januar bis März 2026 mehr als eine halbe Million Menschen ihre Wohnorte. Bei 93 Prozent war Dürre der Grund. Frauen und Kinder stellten etwa 85 Prozent der Vertriebenen dar.Die aktuelle Krise erinnert an die drohende Hungersnot in Somalia aus dem Jahr 2022. Doch laut Hilfsorganisationen vor Ort werden die Hilfsmaßnahmen in diesem Jahr durch die erheblichen Finanzierungslücken eingeschränkt.»Die Welt kann nicht erst auf den Titel Hungersnot warten, bevor sie handelt«, sagte Projektkoordinatorin Ali. »Es muss jetzt gehandelt werden, um den Verlust von Menschenleben zu verhindern.«









