Vor knapp 65 Jahren wurde die Mauer gebaut – am 13. August 1961. WDR und MDR geben zu diesem Anlass eine neue App zur Geschichte der Berliner Mauer und der deutschen Teilung für Schülerinnen und Schüler heraus. Sie greift dabei auf den Augmented-Reality-Ansatz zurück, der schon bei früheren WDR-Zeitzeugen-Apps zum Einsatz kam: Interessierte halten die Smartphone-Kamera auf eine freie Fläche, woraufhin an der Stelle auf dem Bildschirm Zeitzeugen erscheinen, die ihre Geschichten erzählen.

Im Unterschied zu ihren Vorgängern ist sie allerdings über die Veröffentlichung hinaus offen für neue Fragestellungen. Zudem entwickeln die Sender noch weitere kostenfreie Unterrichtsmaterialien und wollen bis 2029 Inhalte ergänzen.

Kurzzeitig für weitere Fragen offen

Die App „OstWest Zeitzeugen – Mauerjahre in AR“ ist offiziell am 11. August 2026 erschienen – zwei Tage vor dem 65. Jahrestag des Berliner Mauerbaus. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse. In der App kommen die drei Zeitzeugen Elke Rosin, Jörg Hildebrandt und Uwe Rutkowski zu Wort. Die drei berichten aus sehr unterschiedlichen Perspektiven vom Mauerbau und der deutschen Teilung: Rosin floh kurz entschlossen nach West-Berlin, Hildebrandt blieb trotz der Ablehnung des politischen Systems in der DDR und Rutkowski bewachte als Volkspolizist die Grenzschließung, floh aber später selbst in den Westen und wurde nach seiner Tätigkeit als Fluchthelfer in der DDR inhaftiert. Die Auswahl bildet laut WDR und MDR bewusst ein Dreieck unterschiedlicher Ost-West-Erfahrungen ab – von Flucht über innere Opposition bis hin zum Systemakteur mit Gewissenskonflikt. Fotos, Texte, Audios und Illustrationen ergänzen die persönlichen Erzählungen.