Die spanische Regierung hat weitere Einsatzkräfte nach Andalusien geschickt, um den Waldbrand in Niebla in den Griff zu bekommen, der sich auf mehr als 20.000 Hektar ausgebreitet hat. Das Feuer in der Provinz Huelva sei momentan wegen seiner „außerordentlichen Komplexität und der Gefährlichkeit des Brandverhaltens“ nicht zu löschen, sagte der andalusische Minister für Katastrophenschutz, Antonio Sanz.Starke Windböen und hohe Temperaturen erschweren die Löscharbeiten, an denen mehr als 20 Flugzeuge beteiligt sind. Mehr als 800 Menschen mussten bereits in Sicherheit gebracht werden. Mehr als 600 Kräfte kämpfen gegen die Flammen, unter ihnen sind auch Soldaten der Notfalleinheit UME. Riesige Rauchwolken verdunkeln laut Presseberichten den Horizont in großen Teilen der Provinz Huelva und waren auch in Sevilla zu sehen.Höchste Alarmstufe am Tag der totalen SonnenfinsternisIn Spanien sind nach jüngsten Angaben des EU-Systems Copernicus/EFFIS bereits mehr als 220.000 Hektar verbrannt. Das ist eine Fläche, die doppelt so groß wie die von Berlin ist – und so viel, wie nie zuvor in einem Jahr bis Mitte August. Im ganzen Land herrscht wegen der andauernden Hitze und Trockenheit höchste Waldbrandgefahr. Spanien ist besonders mit Blick auf die totale Sonnenfinsternis am 12. August in höchster Alarmbereitschaft, wenn sich Millionen Menschen in entlegene Gegenden aufmachen.„Die Vegetation ist extrem trocken, und ein kleiner Funke, ein Moment der Unachtsamkeit, kann Waldbrände mit verheerenden Folgen für Menschen, Ökosysteme und das Naturerbe auslösen“, warnte Umweltministerin Sara Aagesen. Im Juli waren beim bisher größten Waldbrand in der Geschichte Spaniens in der Provinz Ávila 50.000 Hektar verbrannt. In der Provinz Almería kamen bei einem anderen Feuer 14 Menschen ums Leben.Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes Aemet, war der Juli 2026 der heißeste Juli auf dem Festland seit Beginn der Aufzeichnungen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 25,7 Grad entspricht er dem historischen Rekord aus dem Jahr 2022, wobei die durchschnittliche Höchsttemperatur tagsüber sogar noch höher war und 34 Grad erreichte. Das war ein Zehntel Grad mehr als im Juli 2022. Die Durchschnittstemperatur lag 2,6 Grad über dem Referenzwert von 1991 bis 2020. Acht der zehn wärmsten Julimonate seit Beginn der Aufzeichnungen fielen in das 21. Jahrhundert. Laut Aemet war 2026 zudem bisher das trockenste Jahr seit Beginn der Messreihe im Jahr 1961.