Noch gibt es nicht aus allen Regionen verlässliche Schadensmeldungen nach dem Erdbeben vom Montag. Der neue Präsident hat den Notstand ausgerufen.

Der Turm der Kathedrale von Manizales ist beim Erdbeben einfach abgeknickt

Dario Cárdona/ap

Der Turm der Kathedrale in Manizales, das Wahrzeichen der Stadt, ist umgeknickt, als sei er weggeschmolzen. Es war eins der ersten einprägenden Bilder nach dem verheerenden Erdbeben in Kolumbien. In Pereira zeigten Videos, wie Menschen um ihr Leben rennen. In Cali graben Helfer im Schutt von zusammengestürzten Gebäuden teils mit bloßen Händen nach Überlebenden.

Es war mit Stärke 7,4 das schwerste registrierte Erdbeben dieses Jahrzehnts, meldet der Kolumbianische Geologische Dienst. Es war bis Venezuela, Panama und Ecuador zu spüren. Mindestens 110 Menschen sind dabei nach Regierungsangaben gestorben. 87 wurden verletzt. Mehr als 2.000 Menschen galten am Montagabend (Ortszeit) als vermisst. Mindestens 1.500 Häuser sind unbewohnbar. Rund 60 stürzten komplett ein. Laut dem Innenministerium waren mehr als 20 Gemeinden betroffen. Die Zahlen dürften weiter steigen – auch weil einige Gegenden schwer zu erreichen oder von der Kommunikation großteils abgeschnitten sind. Sogar in der Hauptstadt Bogotá schwankten mehrere Minuten die Gebäude und Menschen eilten in Schlafanzügen und Arbeitskluft ins Freie.