Gatow ist einer jener Orte, von denen viele Berliner schon einmal gehört haben – die aber kaum jemand wirklich kennt. Ein Zipfel Stadt im Südwesten, dort, wo sich die Bebauung allmählich verliert und die Havel weit wird. Die Ufer wirken offener, die Wege länger. Es gibt Spaziergänger, Radfahrer, vereinzelt Ausflügler – aber keine Spur jenes Massentourismus, der andere Wasserlagen der Stadt längst überformt hat.

Eher Dorf als Stadtteil

In Gatow leben knapp 3500 Menschen. Es ist ein Ort, der eher ein Dorf als ein Stadtteil ist, mit einer eigenen Identität. Wer hier lebt, hat sich bewusst dafür entschieden, Abstand zu halten, ohne Berlin ganz zu verlassen. Vielleicht liegt genau darin der Reiz: dass Gatow zur Stadt gehört und sich zugleich wie ein kleines eigenes Dorf anfühlt.

Wer diesen Teil der Stadt besucht, landet früher oder später auf dem Vierfelderhof. Eine lokale Institution, ein traditioneller Bauernhof am Rand des Ortsteils, der für viele längst eher ein Herzensort ist als nur ein landwirtschaftlicher Betrieb. Von Kreuzberg aus braucht man etwa eine Stunde hierher. Spätestens wenn man die Havel überquert, stellt sich das Gefühl ein, weit draußen zu sein – obwohl man noch immer in Berlin ist. Es ist kein abrupter Übergang, keine klare Grenze – die Stadt verliert langsam an Dichte, das Grün gewinnt an Raum. Und genau dann, wenn man nur noch Wald und Wiesen sieht, trifft man auf den Vierfelderhof.