Andrea Grill erzählt in „Sonnenspiel“ eine queere Liebesgeschichte vor malerischer italienischer Landschaft. Der Roman strotzt nur so vor Klischees.
Klischee pur: Italienisches Dorf im Abendlicht
robertharding/laif
Die Ausgangslage des neuen Romans „Sonnenspiel“ der österreichischen Schriftstellerin Andrea Grill klingt vielversprechend: Die amerikanische Modejournalistin Stella trifft in der Sommerhitze eines apulischen Dorfes auf die prekär arbeitende apulische Näherin Loredana. Als Ich-Erzählerinnen geben beide in Rückblenden, kapitelweise abwechselnd und zeitversetzt, ihre Begegnungen preis. Leider verschenkt die Autorin das erzählerische Potenzial dieser fiktiven Annäherung, indem sie, statt auf vielschichtige Frauenfiguren zu setzen, ihre Protagonistinnen in antagonistisch am Reißbrett entworfene Schablonen presst.
Die geistig arbeitende, politisch denkende, gut verdienende und allem Häuslichen gegenüber unbedarfte Moderedakteurin auf der einen Seite und die handwerklich geschickte, politisch nicht engagierte Dreifachmama, die nach dem Tod ihres Mannes mit ihren drei Kindern wieder bei den Eltern lebt, keinerlei soziale Kontakte pflegt, aber – als idealisierte Italienerin – naturschön ist, im Garten arbeitet und bäuerliches Wissen hat, auf der anderen.








