Hessen erlebt am Mittwochabend ein astronomisches Doppelereignis. Gegen 19 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonne. Er verdeckt, je nach Standort, rund 85 bis 90 Prozent von ihr und sorgt so für eine partielle Sonnenfinsternis. Wenige Stunden später zieht der Sternschnuppenstrom der Perseiden über den Himmel.Wer die Sonnenfinsternis sehen will, braucht einen freien Blick Richtung Nordwesten. Beim Höhepunkt der Finsternis steht die Sonne schon knapp über dem Horizont. Uwe Pilz, Vorsitzender der Vereinigung der Sternfreunde, empfiehlt unbewaldete Hügel, Brücken mit freier Sicht oder größere Kleingartenanlagen.Schaulustige dürfen jedoch nie direkt in die Sonne blicken: Sind die Augen ohne Schutz, kann die Netzhaut dauerhaft geschädigt werden. Empfohlen wird eine spezielle Sonnenfinsternisbrille oder ein geeigneter Sonnenfilter. Interessierte sollen auf die Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 und das CE-Zeichen achten. Herkömmliche Sonnenbrillen schützen die Augen nicht, wenn man damit direkt in die Sonne schaut.Die Spezialbrillen gibt es online und bei Optikern zu kaufen. Bei Fielmann kostet die Brille 99 Cent. In den Filialen an der Leipziger Straße und in der Frankfurter Innenstadt traf die erste Lieferung am Montag der vergangenen Woche ein. Am Freitag waren bereits alle Exemplare verkauft. „Im Minutentakt“ riefen Kunden an und fragten nach den Brillen, berichtete eine Mitarbeiterin am Montag der F.A.Z. Auch andere Optiker meldeten eine große Nachfrage. Im Abele-Optik-Geschäft im Main-Taunus-Zentrum war schon die zweite Lieferung innerhalb eines Tages ausverkauft. Ähnliches berichtete Augenoptik Hensler in der Frankfurter Innenstadt. Galeria an der Hauptwache führt dagegen keine Sonnenfinsternisbrillen.Sternwarten öffnen für BesucherMehrere hessische Sternwarten laden aus Anlass der Sonnenfinsternis Interessierte ein. Gute Bedingungen erwarten Besucher unter anderem in der Hardtwald-Sternwarte in Bad Zwesten, der Urania-Sternwarte Wiesbaden, der Sternwarte Limburg und der Sternwarte Burgsolms. Diese Beobachtungsstationen bieten einen freien Blick zum Westhorizont.Auch am Spiegelslustturm in Marburg lässt sich das Himmelsspektakel verfolgen. Die Universität Marburg stellt Schutzbrillen, Teleskope mit Sonnenfiltern und Projektoren bereit. Nach Einbruch der Dunkelheit können die Besucher dort Sternschnuppen zählen und weitere Himmelsobjekte betrachten.Eine ungewöhnliche Aussicht bietet der Monte Kali im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Der Förderkreis Werra-Kalibergbau-Museum führt Besucher von 18.30 bis 22 Uhr auf das rund 520 Meter hohe Gipfelplateau. Wer teilnehmen möchte, muss sich anmelden und eine eigene Schutzbrille mitbringen.Totale Sonnenfinsternis gibt es nur im LivestreamVom Wartturm in Eichenzell aus gesehen, wird der Mond nach Angaben des Rhönklub-Zweigvereins Eichenzell rund 86 Prozent der Sonne verdecken. Der Verein stellt Teleskope und Schutzbrillen bereit und projiziert das Schauspiel auf eine Großleinwand. Das Angebot ist unentgeltlich.In Kassel lädt die Stadt für die Zeit von 16 bis 24 Uhr auf die Karlswiese vor der Orangerie ein. Dort können Besucher die Sonne mit Teleskopen und Schutzbrillen betrachten. Der Astronomische Arbeitskreis Kassel öffnet außerdem das Dach der Grimmwelt. Vereinsmitglieder erklären dort das Himmelsschauspiel, der Eintritt ist frei.Eine totale Sonnenfinsternis sehen Menschen in Deutschland nicht. Sie kann unter anderem in einem Streifen quer durch Spanien beobachtet werden. Das Ereignis lässt sich im Livestream der europäischen Raumfahrtbehörde ESA verfolgen. Zudem ist sie bei 3sat zu sehen: Von 20.15 Uhr an läuft eine Sendung mit dem Astrophysiker Harald Lesch.
Sonnenfinsternis in Hessen: Wie sich das Naturspektakel am besten verfolgen lässt
Am Mittwochabend verdeckt der Mond über Hessen die Sonne zu 90 Prozent. Wo das Naturschauspiel besonders gut zu verfolgen ist – und was man dabei beachten sollte.












